Review zu "Geheimakte 3"

Im bereits dritten Teil der Geheimakte-Reihe werden Nina und Max in ein Abenteuer rund um die Zahl Pi gezogen, in der sich offenbar Informationen verbergen, welche die Menschheit in Gefahr bringen könnten. Für die Ausarbeitung der Story des Spieles haben sich die Entwickler Animation Arts für diesen Teil der Geheimakte-Reihe Unterstützung von Autoren der Firma NEOS Films geholt. Technisch und optisch baut das Spiel auf bereits in den früheren Teilen Bewährtes, wodurch sich Fans der Reihe gleich wohlfühlen dürften. Freigegeben ist das Spiel ab 12 Jahren.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt auf einer DVD, auf der sich in elektronischer Form (PDF) auch das Handbuch und eine Einstiegshilfe befinden. Das Handbuch vermittelt auf ca. 24 Seiten alle wichtigen Informationen zur Installation, den Optionen und der Spielsteuerung. Die Einstiegshilfe führt Genreeinsteiger reichlich bebildert und ausführlich beschrieben durch die ersten Abschnitte des Spieles. Die Installation von Geheimakte 3 verlief problemlos und es wurden etwa 1,92GB an Daten auf die Festplatte übertragen. In einem separaten Konfigurationstool können diverse Einstellungen für die Grafikengine vorgenommen werden. Über das Optionsmenü im Spiel selber können dann ergänzende Einstellungen wie etwa diverse Lautstärken, Grafikqualität, Untertitel oder Spielhilfen vorgenommen werden. Im Abschnitt „Cinema“ können freigeschaltene Filmsequenzen nochmals angesehen werden und nach dem Durchspielen des Adventures öffnet sich ein kleiner Bonusbereich mit Artwork-Bildern und Achievements. Ein weiteres nettes Feature ist das individuell gestaltbare Hauptmenü, das abhängig von den Antworten zu vier Multiple-Choice-Fragen beim ersten Start des Spieles jeweils spezifisch für den Spieler generiert wird.

Story und Rätsel

Das Abenteuer startet mit einer kleinen Vorgeschichte, in welcher der Spieler im Jahre 48 vor Christus in der Rolle des Meisterdiebs Menis-Ra wichtige Schriftrollen in der Bibliothek von Alexandria vernichten soll. Dazu beauftragt wurde er von mysteriösen Kuttenträgern, die ihn dafür üppig bezahlen. Er führt seinen Auftrag aus, allerdings bleibt durch einen Zufall eine der Schriftrollen erhalten, was die Basis für die nachfolgende Geschichte bildet. Szenenwechsel. Nina rast im Hochzeitskleid auf einem Motorrad zu ihrer Hochzeit zu Max, als sie aber an der Kirche ankommt, trifft sie dort nur Max und einen Priester, sonst aber keine Gäste, an. Spätestens als der Priester statt dem vereinbarten Trauspruch eine dunkle Botschaft rezitiert und die Kirche - von einem starken Beben erschüttert - einstürzt, wird Nina klar, dass hier etwas nicht stimmen kann. Sie schafft es noch, sich aus der brennenden Kirche zu befreien, bevor sie durch eine erschreckende Vision endlich aus diesem Albtraum gerissen wird. Max ist sofort da und beruhigt Nina, doch die Ruhe währt nur kurz. Ein bewaffnetes Einsatzkommando stürmt die Wohnung und verhaftet Max ohne nähere Erklärungen. Nina stellt umgehend Nachforschungen an und schnell bestätigt sich, dass es sich nicht um echte Polizisten handeln konnte. Sie begibt sich auf die Suche nach Max und gerät dabei in ein düsteres Abenteuer, das nicht nur in der Realität spielt, sondern oftmals über Träume bzw. Visionen auch in der Vergangenheit und Zukunft der Menschheit spielt. Ein wichtiges Element der Geschichte ist die Zahl Pi, in deren unendlichen Nachkommastellen wohl eine geheime Botschaft versteckt sein soll …

Geheimakte 3 startet im ersten Drittel sehr spannend und vermag zunächst auch an die früheren Geheimakte-Spiele anzuknüpfen, verliert dann aber zunehmend an Glaubwürdigkeit, nicht zuletzt durch diverse Lücken in der Story. Zudem entwickelt sich kaum Spieltiefe und auch die Charaktere bleiben eher farblos. Leider gibt es auch kaum Dialoge, die vom Spieler gesteuert werden, was zum Teil sicherlich auch ein Faktor für die mangelnde Tiefe ist. Abgesehen von sehr kurzen Sequenzen mit anderen Charakteren, wird das Adventure überwiegend aus der Sicht von Nina gespielt. Die dabei zu lösenden Aufgaben und Rätsel sind durchgehend sehr einfach und stellen kaum eine Herausforderung für erfahrene Adventurespieler dar. Umgekehrt wird dadurch natürlich ein flüssiger Transport der Story sichergestellt. Innerhalb des Spielverlaufes gibt es zwei wichtige Entscheidungspunkte mit jeweils zwei Auswahlmöglichkeiten, welche dann eines der vier möglichen Enden triggern. Allerdings darf man diese verschiedenen Entwicklungen nicht überbewerten, da sie auf den Verlauf der spielbaren Story keinen Einfluss haben. Lediglich der fast schon als Teil des Nachspanns zu betrachtende Teil „Was wurde aus …“ wird von diesen Entscheidungen beeinflusst und ist nicht spielrelevant. Über die Spieldauer von ca. 6-8 Stunden (wohlgemerkt ohne Verwendung der Spielhilfen) bietet das Spiel leichte Adventurekost mit wenig spielerischem und storytechnischem Anspruch.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Grafisch präsentiert sich das Spiel ähnlich wie die früheren Geheimakte-Teile, allerdings wirken viele der Locations diesmal etwas steril und sehr leblos. Die Standardanimationen der Charaktere sind soweit in Ordnung, allerdings wurde bei fast allen Animationen für spezielle Aktionen gespart und stattdessen eine plumpe Schwarzblende eingesetzt, was auf Dauer störend wirkt. Aufgelockert wird der Spielverlauf durch gelegentliche Cutscenes, die dem Spiel einen leichten cineastischen Touch geben. An einigen Stellen wirken die Übergänge zwischen den Cutscenes und den Spielsequenzen optisch und soundtechnisch sehr hart, wodurch man oftmals zunächst den Eindruck hat, dass eine Zwischensequenz abgebrochen wurde, obwohl dem eigentlich gar nicht so ist. Hinsichtlich des Sounds überzeugt das Spiel mit sehr guten Sprechern, stimmigen Hintergrundgeräuschen und ansprechender Musik. Beim Einschalten des Radios im Büro von Max bekommt man sogar einen eigenen Song zu hören.


Gameplay

Gesteuert werden die Charaktere aus der 3rd-Person-Perspektive mit dem bewährten Point&Click-Interface von Animation Arts, das wirklich komfortabel und vorbildlich für das Adventuregenre ist. Sämtliche Interaktionsmöglichkeiten werden dabei über den Mauscursor signalisiert. Das Inventar befindet sich übersichtlich am unteren Bildschirmrand, wo sich auch die Hotspot-Funktion und das Hinweis-Icon befinden, über die man sich kleine Hilfestellungen im Spiel geben lassen kann. Auch das Speicher- und Lademenü ist sehr komfortabel und übersichtlich gestaltet. Technisch funktionierte das Spiel absolut einwandfrei.


Zusammenfassung

Geheimakte 3 punktet überwiegend mit der grafischen und soundtechnischen Präsentation, sowie seiner sehr komfortablen Steuerung. Die Story und spielerische Herausforderung hingegen können nicht mehr an die früheren Teile der Geheimakte-Reihe anknüpfen. Dazu fehlt es einfach an Spieltiefe und auch die Charaktere bleiben im Spielverlauf zu farblos. Zumindest ein paar anspruchsvolle Rätsel hätten dem Spiel sicherlich gut getan, zumal ohnehin eine Spielhilfe vorgesehen ist, die unerfahrene Spieler ggf. bei solchen Rätseln unterstützen könnte. Leider vermisst man auch das genretypische Element von steuerbaren Dialogen fast gänzlich, was der Spieltiefe ebenfalls abträglich ist. Trotzdem ist Geheimakte 3 kein grundsätzlich schwaches Spiel, es orientiert sich einfach etwas mehr an Casual-Titeln und möchte leichte Adventurekost für ein breites Publikum bieten, was besonders auch Einsteiger ansprechen dürfte und somit dem Genre nicht schadet. Unabhängig davon bleibt jedoch zu hoffen, dass Animations Arts mit einem ihrer nächsten Titel wieder ein etwas anspruchsvolleres Adventure entwickeln (können), um auch weiterhin die erfahrenen Adventurespieler zu erreichen. Für geübte Adventurespieler beträgt die zu erwartende Spieldauer von Geheimakte 3 maximal ca. 6-8 Stunden. Technisch funktionierte das Spiel absolut einwandfrei.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Animation Arts
Publisher Deep Silver
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating USK12
Anmerkungen/Remarks keine