Review zu "The Cat Lady"

Nach dem erfolgreichen Horror-Adventure „Downfall“ aus dem Jahre 2009 haben die Independent-Entwickler Harvester Games unter der Leitung von Remigiusz Michalski nun ihren neuesten Titel „The Cat Lady“ veröffentlicht. Das Adventure erzählt die tragische Geschichte von Susan Ashworth, die nach einem Selbstmordversuch in eine surreale Umgebung eintaucht und eine zweite Chance bekommt, allerdings muss sie dazu um ihr Leben kämpfen. Das Adventure ist sehr düster und enthält blutige Szenen, wodurch der Titel nur für Spieler über 18 Jahren geeignet ist.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel ist sowohl in Form eines DRM-freien Downloads als auch als Version auf einem Datenträger erhältlich. Bei der hier getesteten Version handelt es sich um die Download-Variante mit ca. 680MB Datenumfang. Die Installation verlief reibungslos und es wurden etwa 1,37GB an Daten auf der Festplatte installiert. Das Handbuch vermittelt auf 10 Seiten alle wichtigen Infos zum Spiel und findet sich als PDF-Datei im Spielverzeichnis. Das Spiel wurde auf dem Adventure Game Studio (AGS) entwickelt und entsprechend können über das Konfigurationstool grundlegende Einstellungen für Grafik und Sound vorgenommen werden. Im Spiel selber können in den Optionen lediglich der Gamma-Wert und die Untertitel eingestellt werden.

Story und Rätsel

Der Spieler schlüpft in die Rolle der etwa 40 Jahre alten Susan Ashworth, die sehr zurückgezogen und nur von Katzen umgeben lebt. Von den Nachbarn wird sie darum gemieden und abwertend als „The Cat Lady“ bezeichnet. Susan fühlt sich ohne Familie und Freunde sehr einsam, hat keinerlei Hoffnung und findet so keinen Sinn mehr in ihrem Leben, was sie in ihrer Verzweiflung zu dem Versuch treibt, sich mit einer Überdosis Tabletten das Leben zu nehmen. In der Schwebe zwischen Leben und Tod taucht Susan in eine surreale Welt ein und bekommt eine zweite Chance, allerdings muss sie dazu um ihr Leben kämpfen. Es sollen ihr bald sogenannte „Parasiten“ begegnen, degenerierte und blutrünstige Menschen, gegen die sie sich verteidigen muss. Es tritt aber auch eine Person in ihr Leben, die Susan wieder etwas Mut und Hoffnung zu geben vermag. The Cat Lady erzählt eine tragische und düstere Geschichte mit viel Tiefgang. Dabei wird auch nicht zimperlich mit gewalttätigen Szenen oder derber Sprache umgegangen, was für diesen Titel aber absolut stimmig und angebracht ist. Das Spiel bietet natürlich auch adventure-typische Rätsel, die gut in die Handlung eingebettet sind. Allerdings spielen die Rätsel eine der Geschichte untergeordnete Rolle und sind darum vom Schwierigkeitsgrad her eher im einfacheren Bereich angesiedelt. Über die Spieldauer von etwa 8-10 Stunden bietet das Spiel tiefgehende Unterhaltung mit umfangreichen Dialogen, wobei immer klar die (teilweise nicht-lineare) Story im Vordergrund steht.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Wie die Screenshots bereits erkennen lassen, hat das Spiel einen sehr eigenwilligen Grafikstil, der manchen Spieler auf den ersten Blick eventuell abschrecken könnte. In der Tat sind die Grafiken eher schlicht gehalten und auch technisch nicht mit aktuellen Spielen vergleichbar. Müssen sie aber auch nicht unbedingt, denn das Wesentliche, nämlich die Vermittlung der düsteren und teils bedrohlichen Atmosphäre, ist durchaus gut gelungen. Ein weiteres Highlight neben der Story ist die gesamte soundtechnische Gestaltung. Neben dem abwechslungsreichen Soundtrack mit teilweise sogar gesungenen Titeln bietet das Spiel auch noch stimmige Hintergrundgeräusche und sehr gute (englische) Sprachausgaben.


Gameplay

Gesteuert wird Susan Ashworth aus der 3rd-Person-Perspektive mittels einer sehr einfachen Tastatursteuerung. Die einzelnen Szenen können über die Pfeiltasten nur nach links oder rechts verlassen werden. Befindet sich die Spielfigur vor einem der offensichtlichen Hotspots, kann mit der Taste „Pfeil nach oben“ ein Interaktionsmenü geöffnet werden, aus dem wiederum mit den Pfeiltasten eine Aktion ausgewählt und mit der Eingabetaste bestätigt wird. Um Gegenständen aus dem Inventar zu verwenden, kann dieses mit der Taste „Pfeil nach unten“ geöffnet werden, um dort mit den Pfeiltasten den gewünschten Gegenstand auszusuchen. Klingt vielleicht etwas umständlich, ist aber praktikabel. Zudem liegt der Schwerpunkt des Spieles auf der Erzählung und den Gesprächen, wodurch die Interaktionen und Steuerung ohnehin etwas in den Hintergrund geraten.


Zusammenfassung

Mit „The Cat Lady“ ist Remigiusz Michalski und Harvester Games nach Downfall wieder ein eindrucksvolles Adventure gelungen. Die Highlights des Spieles sind die tiefgehende Story und die tolle soundtechnische Gestaltung. Es sei jedoch darauf hingewiesen, das dieses Spiel mit gewalttätigen Szenen und derber Ausdrucksweise nicht spart, wodurch das Spiel definitiv erst für Spieler ab 18 Jahren zu empfehlen ist. Die grafische Gestaltung ist sicherlich etwas eigenwillig, wie auch die Screenshots vermitteln. Trotzdem ist die Vermittlung der Atmosphäre auch optisch gut gelungen. Weiters wirkt auch die Steuerung zunächst etwas ungewöhnlich, da ausschließlich mit der Tastatur und einem extrem einfachen Interface gesteuert wird. Über die Spieldauer von etwa 8-10 Stunden bietet „The Cat Lady“ tiefgehende Unterhaltung, wobei der Schwerpunkt ganz klar auf der Story liegt und die eher einfach gehaltenen Rätsel nur eine untergeordnete Rolle spielen. Technisch funktionierte das Spiel einwandfrei.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Harvester Games
Publisher Screen 7
Plattform/Platform PC (DOWNLOAD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Tastatur
Altersfreigabe/Rating ab 18 Jahren empfohlen
Anmerkungen/Remarks derzeit nur in Englisch erhältlich