Review zu "Red Johnson´s Chronicles"

Zunächst war diese Mischung aus Adventure und anspruchsvollerem Casual Game von Lexis Numerique (bekannt durch „In Memoriam“, „eXperience 112“ oder „Alt-Minds“) nur für die Playstation erschienen. Inzwischen wurde der Titel aber auch als PC-Version umgesetzt und von Peter Games als lokalisierte Version auf den deutschsprachigen Markt gebracht. Der Spieler schlüpft in dieser Reihe in die Rolle des Privatdetektivs Red Johnson, welcher in der von vielen Verbrechen geplagten Stadt Metropolis die Polizei unterstützt. Freigegeben ist der Titel ab 12 Jahren (USK).

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einer einfachen DVD-Box, in der sich die Spiel-DVD und eine kurze Anleitung befinden. Letztere enthält Infos zur Installation des Spiels, leider jedoch keine Details zum Spielinhalt und zur Steuerung. Die Installation verlief problemlos und es wurden knapp 2GB an Spieldaten auf die Festplatte übertragen. In den Spieloptionen lassen sich verschiedene Lautstärken (Musik, Stimmen, Effekte, Hintergrund) und das automatische Scrollen der Untertitel einstellen. Die Texte im Spiel sind voll lokalisiert, die Sprachausgaben hingegen in der englischen Originalversion verblieben.

Story und Rätsel

In der Rolle des Privatdetektivs Red Johnson unterstützt man die Polizei von Metropolis bei der Ermittlung in einem mysteriösen Mordfall, in den die ehemaligen Mitglieder der „Juwelenbande“ verwickelt zu sein scheinen. An einer überschaubaren Anzahl von Locations sucht man nach Hinweisen und löst diverse Denkaufgaben und Minispiele, um die dabei nach und nach gewonnenen Informationen zur Lösung des Falles zusammenzufügen. Immer wieder müssen dann auch die im Spielverlauf erhaltenen Hinweise richtig zusammengefasst werden, was man in Abfolgen von Multiple-Choice-Fragen absolviert. Am Ende des Falles müssen in einem durchaus umfangreichen Fragenkatalog dann nochmals alle Fakten und Folgerungen zusammengetragen werden, um den Fall erfolgreich zu lösen. Zwischendurch gibt es auch immer wieder mal Quicktime-Events, beispielsweise um sich gegen einen Angreifer zu wehren. Absolviert man die Rätsel, Fragen, Minispiele oder Quicktime-Events gleich auf Anhieb richtig, erhält man eine Gutschrift auf sein virtuelles Konto. Mit zunehmenden Fehlversuchen werden die Beträge immer niedriger, bis man irgendwann leer ausgeht. Das Geld auf dem Konto kann im Spiel dann zum Erkaufen von Hinweisen (im Sinne eines Hilfesystems) verwendet werden. Die Story ist oberflächlich, linear und nicht sonderlich originell. Zudem wirkt ein großer Teil der Aufgaben sehr aufgesetzt und nicht gut in den Spielverlauf eingebettet. Über die Spieldauer von ca. 9 Stunden bietet das Spiel durchschnittliche Unterhaltung, die primär von in sich abgeschlossenen Denkaufgaben und Minispielen geprägt ist.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Grafisch präsentiert sich das Spiel ansprechend, wenngleich die Locations in sehr überschaubarer Anzahl insgesamt etwas zu statisch und leblos wirken. Zudem ist das Spiel trotz der wenig komplexen Grafik ungewöhnlich performancehungrig, wodurch die Maus etwas träge reagierte. Die Hintergrundmusik ist gut gelungen, allerdings über die gesamte Spieldauer gesehen zu wenig abwechslungsreich. Die Sprachausgaben sind von durchaus guter Qualität, allerdings nicht lokalisiert, also nur in der englischen Originalversion vorhanden und mit deutschen Untertiteln versehen. Die Hintergrundgeräusche sind stimmig und passen zur Film-Noir-Atmosphäre.


Gameplay

Ein gravierender Schwachpunkt ist die völlig missratene Steuerung, da wurde nur halbherzig von der Konsolenversion auf die PC-Version portiert. Eine wenig durchdachte und unpräzise Mischung aus Tastatur- und Maussteuerung sorgt für ein extrem umständliches Gameplay und manchmal etwas Frust bei den Quicktime-Events. Da es im Handbuch keine Infos zur Steuerung des Spieles gibt, wird diese im Rahmen eines kleinen Tutorials am Spielanfang erläutert, was seinen Zweck ganz gut erfüllt, aber nicht über die ansich schlechte Steuerung hinwegtrösten kann. Die aktuell anstehenden Aufgaben werden in einem Journal automatisch gelistet und können entsprechend abgearbeitet werden. Wenn man im Spiel mal nicht weiterkommen sollte, kann man auf das Hilfesystem zurückgreifen, indem man sich von seinem Informanten im Spiel einfach die benötigten Informationen kauft. Das nötige Kleingeld dafür erhält man durch das erfolgreiche Lösen der Aufgaben und Minispiele. Abgesehen von der etwas schwachen Performance lief das Spiel technisch einwandfrei.


Zusammenfassung

Red Johnson´s Chronicles ist eine Mischung aus einem Adventure und einem anspruchsvollerem Casual Game. Die oberflächliche und lineare Story hält sozusagen eine Ansammlung von Denkaufgaben und Minispielen zusammen. Zudem müssen von Zeit zu Zeit die im Spiel erhaltenen Informationen zum Mordfall in Form von Multiple-Choice-Fragen (oftmals auch in Dialoge eingebettet) richtig zusammengefasst werden. Hinsichtlich der grafischen und soundtechnischen Gestaltung ist der Titel durchaus ansprechend. Die Sprachausgaben sind in der englischen Originalversion verblieben, sämtliche Texte hingegen sind weitestgehend gut lokalisiert. Der größte Schwachpunkt des Spieles ist die missratene Steuerung, der man die Portierung von Konsole auf PC klar anmerkt. Über die Spieldauer von ca. 9 Stunden hinweg bietet das Spiel nur durchschnittliche Unterhaltung, bei der insbesondere Freunde von Denkaufgaben und Minispielen auf ihre Kosten kommen.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Lexis Numerique
Publisher Peter Games
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective 1st-Person
Steuerung/Control Tastatur+Maus
Altersfreigabe/Rating USK12
Anmerkungen/Remarks keine