Review zu "The Samaritan Paradox"

Entwickelt wurde das klassische Point&Click-Adventure von Faravid Interactive, einem Independent-Entwickler aus Göteborg in Schweden. Bereits Ende 2012 wurde über eine Crowdfunding-Aktion Geld für das Projekt gesammelt, allerdings kamen damals leider nur 675 US$ (angepeilt waren 3500 US$) zusammen. Durch das „flexible funding“ ging aber zumindest dieser Betrag an die Entwickler, die unbeirrt davon weiter an ihrem Projekt arbeiteten. In Zusammenarbeit mit dem Publisher Screen7 konnte der Titel nun fertig gestellt und veröffentlicht werden.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Adventure ist über verschiedene Internet-Vertriebsplattformen, sowie auf der Seite des Publishers Screen7 erhältlich. Dort hat man auch eine gute Auswahl von verschiedenen Paketen, beispielsweise als DRM-freier Download oder eine Version auf Datenträger, samt Keys für Steam oder Desura. In manchen Paketen ist auch noch der komplette Soundtrack enthalten. Da sollte für jeden ein ansprechendes Paket dabei sein. Die Installation des Downloads verlief problemlos und es wurden ca. 291MB an Daten installiert (davon ca. 65MB für den Soundtrack). Das enthaltene Handbuch (PDF, Englisch) vermittelt auf 7 Seiten alle wichtigen Infos zur Handhabung des Spieles. Zudem gibt es im Hauptmenü des Spiels nochmals eine Kurzanleitung zur Steuerung. Beim Start des Spieles kann man eine der folgenden Sprachen auswählen: Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch oder Spanisch. Diese Auswahl bezieht sich auf die Menüs und die Textausgaben (Untertitel) im Spiel. Die Sprachausgaben sind fest in Englisch und werden von dieser Auswahl nicht beeinflusst. In den Spieloptionen können die Lautstärken (Musik und Effekte), die Untertitel und die Kantenglättung für die Textausgaben eingestellt werden.

Story und Rätsel

Die Geschichte spielt in den 80er-Jahren in Schweden, wo man als Spieler in die Rolle von Ord Salomon schlüpft, der im letzten veröffentlichten Werk des kürzlich verstorbenen Schriftstellers Jonatan Bergwall eine verschlüsselte Botschaft entdeckt. Er wendet sich umgehend an dessen Tochter Sara Bergwall und mit ihrer Zustimmung bzw. in ihrem Auftrag stellt er weitere Nachforschungen an, um bald schon illegalen Machenschaften und zudem tragischen Ereignissen in der Vergangenheit der Familie Bergwall auf die Spur zu kommen. Die Geschichte ist sehr spannend und tiefgründig, mit interessanten Charakteren und Wendungen, insbesondere, da im Spielverlauf eine durchaus unerwartete Erzählebene hinzukommt. Die abwechslungsreichen Rätsel fügen sich sehr gut in den Spielverlauf ein, wobei der Schwierigkeitsgrad im Bereich einfach bis teilweise mittelschwer liegt. Es gibt zudem viele Hinweise zu den Rätseln innerhalb des Spieles selbst, man muss nur aufmerksam sein und auch zunächst unwichtig erscheinende Informationen aufnehmen. Über die Spieldauer von etwa 6-8 Stunden bietet „The Samaritan Paradox“ ausgesprochen gute Unterhaltung und kann jedem Anhänger von klassischen Adventures mit guter Story nur empfohlen werden.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Grafisch präsentiert sich das Spiel ganz im Retro-Stil mit typischer Pixelgrafik (640x400), die durch liebevolle Gestaltung und viele Details sehr gut zu gefallen versteht. Die Hintergrundanimationen sind etwas spärlich, aber der optische Gesamteindruck ist durchwegs positiv. Musikalisch bietet das Spiel einen stimmungsvollen und abwechslungsreichen Soundtrack. Mit insgesamt 28 Titeln (darunter auch Stücke mit Gesang) und einer Gesamtspieldauer von etwa einer Stunde ist dieser auch durchaus umfangreich. Die Sprachausgaben sind von einwandfreier Qualität und auch in sehr gut verständlichem Englisch, zudem kann man sich bei Bedarf noch Untertitel (auch in Deutsch) einblenden lassen. Die deutsche Übersetzung ist zwar nicht immer perfekt und manchmal sind die Texte abgeschnitten (zu lang), aber für das Verständnis stellt dies kein Problem dar.


Gameplay

Gesteuert wird das Spiel mit einem reinen Point&Click-Interface. Über die linke Maustaste werden Aktionen ausgeführt und die rechte Maustaste dient primär zum Untersuchen. Das Inventar und alle weiteren Funktionen werden am unteren Bildschirmrand eingeblendet, wenn man den Mauszeiger dorthin bewegt. Alle wichtigen Informationen werden automatisch in ein Journal eingetragen, aus dem man dann auch die Gesprächsthemen in Dialogen auswählen kann. Der aktuelle Spielstand kann zu jedem Zeitpunkt abgespeichert werden. Man kann im Spiel zwar gelegentlich einen Fehler machen und sterben, allerdings wird man sofort danach wieder auf den Stand vor der letzten Aktion zurückversetzt. Das Spiel kommt übrigens völlig ohne zu spielende Actionsequenzen oder Kämpfe aus.


Zusammenfassung

Mit „The Samaritan Paradox“ ist dem Independent-Entwickler Faravid Interactive aus Schweden ein ausgesprochen gutes Adventure gelungen, das besonders durch seine interessante und wendungsreiche Geschichte überzeugt. Grafisch präsentiert sich das Spiel in liebevoll gestalteter Retro-Grafik, wie die Screenshots unschwer erkennen lassen. Der umfangreiche Soundtrack (28 Titel) trägt stark zur Atmosphäre im Spiel bei. Die Sprachausgaben sind in Englisch, von einwandfreier Qualität und sehr einfach zu verstehen. Zudem bietet das Spiel Untertitel in mehreren Sprachen, darunter auch Deutsch. Die abwechslungsreichen Rätsel sind sehr gut in die Handlung eingebettet und der Schwierigkeitsgrad bewegt sich im Bereich einfach bis höchstens mittelschwer, wobei ausreichend Hinweise im Spiel vorhanden sind. Über die Spieldauer von etwa 6-8 Stunden bietet das klassische Point&Click-Adventure im Retro-Stil hervorragende Unterhaltung und kann uneingeschränkt empfohlen werden.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Faravid Interactive
Publisher Screen7
Plattform/Platform PC
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating keine Angabe
Anmerkungen/Remarks keine