Review zu "Blackwell Epiphany"

Nach den Titeln "The Blackwell Legacy", "Blackwell Unbound", "The Blackwell Convergence" und "The Blackwell Deception" ist mit “Blackwell Epiphany” nun der fünfte und letzte Teil der Blackwell-Reihe von Wadjet Eye Games erschienen. Der umfangreichste Teil der Reihe soll die Geschichte um Rosangela Blackwell und Joey Mallone nun zum Abschluss bringen und dabei auch alle in den früheren Teilen aufgeworfenen Fragen aufklären. Entwickelt wurde die Blackwell-Reihe als klassisches Adventure im Retro-Stil auf dem Adventure Game Studio.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kann mitunter über die Homepage der Entwickler als Download bezogen werden. Dabei erhält man eine Installationsdatei mit etwa 560MB, die im Zuge der Installation dann ca. 811MB an Daten auf die Festplatte installiert. Zusätzlich sind auch noch der Soundtrack und Videos mit den Sprechern und Locations aus dem Spiel als Downloads verfügbar. Hinweise zur Spielsteuerung können im Optionsmenü über „Help“ aufgerufen werden. Ebenfalls im Optionsmenü können die Sprachausgaben und Untertitel ausgewählt werden. Zudem bietet das Spiel wieder umfangreiche Audiokommentare von Dave Gilbert und zusätzlich noch einige lustige Outtakes der Sprachaufnahmen. Die Kommentare und Outtakes können im Optionsmenü aktiviert werden, allerdings ist es empfehlenswert, das Spiel beim ersten Durchlauf ohne diese Kommentare zu spielen. Allerdings sollte man sich diese interessanten Hintergrundinfos auf keinen Fall entgehen lassen und allein dies rechtfertigt es, das Spiel mindestens noch ein zweites Mal durchzuspielen. Weiters findet sich im Optionsmenü noch ein Button, über den man sehen kann, wieviele der insgesamt 18 Achievements im Spiel man bereits geschafft hat.

Story und Rätsel

Das Spiel beginnt wie der Vorgänger mit einem Einführungskapitel, in dem einer jungen Schauspielerin bei ihrer letzten Reise geholfen werden muss. Spieleinsteiger werden dadurch mit der Aufgabe von Rosa und Joey vertraut gemacht und zudem eingehend in die Spielsteuerung eingeführt. Danach startet die eigentliche Geschichte, in der das Duo auf einen grausamen „Seelentöter“ trifft, der nach dem Tod bestimmter Menschen deren Seele in Stücke zerfetzt und ihnen somit den ewigen Frieden verwehrt. Je näher Rosa und Joey dem mysteriösen Seelentöter kommen, desto mehr klären sich auch die Fragen zu den Hintergründen der Blackwell-Reihe. Leider ist dieser Abschnitt erzählerisch etwas zu kompakt und hastig gestaltet, hier hätte man der Story noch mehr Zeit einräumen sollen, um sich voll entfalten zu können. Die gesamte Handlung wird von vielen guten Rätseln und Aufgaben begleitet, bei denen der Schwierigkeitsgrad im einfachen bis höchstens mittelschweren Bereich liegt, was einen optimalen Spielfluss gewährt. Typisch sind objektbezogene Aufgaben, Dialoge und Recherchen auf dem Smartphone. Ein wichtiger Teil des Gameplays ist die Nutzung der sich ergänzenden Fähigkeiten von Rosa und Joey zur Lösung diverser Herausforderungen. Über die Spieldauer von ca. 8-9 Stunden bietet „Blackwell Epiphany“ sehr gute Unterhaltung und bringt die Blackwell-Reihe zu einem überzeugenden Abschluss.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Trotz der niedrigen Auflösung von 640x400 Bildpunkten sind die Grafiken wieder sehr liebevoll und detailreich im Retro-Stil gestaltet. Neben einer bereits bekannten Location, nämlich der Wohnung von Rosangela, bietet das Spiel wieder viele neue Schauplätze, ein Großteil davon nach realen Vorbildern gestaltet. Bei Dialogen werden Großaufnahmen der Köpfe der Charaktere gezeigt, die detailreich umgesetzt sind und verschiedene Ausdrücke, abhängig vom jeweiligen Kontext, vermitteln. Insgesamt ist die grafische Gestaltung dank der liebevollen Umsetzung wie auch in den bisherigen Teilen sehr ansprechend und verleiht den Blackwell-Spielen ihren ganz eigenen Charakter. Fast schon ein Markenzeichen der Blackwell-Reihe ist der stimmige Soundtrack mit seinem wiederkehrenden Leitthema. Die abwechslungsreichen Musikstücke haben teilweise Jazz-Einflüsse mit melancholischer Färbung, die perfekt mit der Story harmonieren und die Atmosphäre unterstreichen. Ebenfalls wichtiger Bestandteil der Atmosphäre sind die Hintergrundgeräusche. Auch die Sprachausgaben sind wieder von sehr guter Qualität, besonders die Hauptrollen Rosangela Blackwell und Joey Mallone gesprochen von Rebecca Whittaker und Abe Goldfarb. Wenn man in den Spieloptionen die Entwicklerkommentare aktiviert, kann man sich diverse Outtakes aus den Sprachaufnahmen sowie umfangreiche Hintergrundinformationen zum Spiel von Dave Gilbert zu Gemüte führen.


Gameplay

Gesteuert wird auch diese Episode wieder aus der 3rd-Person-Perspektive mit einer reinen Point&Click-Steuerung, wobei frei zwischen Rosangela und Joey umgeschalten werden kann, da viele der Aufgaben nur gemeinsam gelöst werden können. Alle wichtigen Stichworte aus Dialogen werden automatisch im Notizbuch (Smartphone) von Rosangela mitgeschrieben und können dort gezielt zu neuen Hinweisen kombiniert und in Dialogen verwendet werden. Zudem müssen mehrere Fakten über Internetrecherche auf dem MyPhone von Rosangela ermittelt werden. Dieses Smartphone ist seit „Blackwell Deception“ eine sinnvolle Verbesserung im Gameplay, da man für solche Recherchen nun nicht mehr wie in früheren Teilen laufend an den Computer in Rosangelas Wohnung zurückkehren muss. Insgesamt bietet das Spiel ein sehr angenehmes und ausgewogenes Gameplay. Zudem funktionierte das Spiel technisch absolut einwandfrei.


Zusammenfassung

Mit "Blackwell Epiphany" ist als umfangreichster Teil nun der krönende Abschluss der Blackwell-Reihe erschienen, der praktisch alle in den früheren Episoden aufgeworfenen Fragen rund um Rosangela Blackwell und Joey Mallone beantwortet. Die Spieldauer dieses letzten Teiles beträgt etwa 8-9 Stunden. Generell hat die Spieldauer über die Episoden zugenommen. Die Gesamtspieldauer der gesamten Blackwell-Reihe beträgt ca. 20-25 Stunden. Die Grafiken sind trotz der niedrigen Auflösung wieder sehr liebevoll und detailreich im Retro-Stil gestaltet. Musikalisch präsentiert sich das Spiel wie bereits auch seine Vorgänger wieder auf hohem Niveau, sodass man eigentlich gar nicht genug vom Soundtrack zu hören bekommen kann. Auch sämtliche Sprecher sind wieder hervorragend besetzt, allen voran natürlich Rebecca Whittaker und Abe Goldfarb in den Hauptrollen Rosangela Blackwell und Joey Mallone. Rätseltechnisch zeigt sich das Spiel abwechslungsreich bei einem moderaten Schwierigkeitsgrad, der einen optimalen Spiel- und Storyfluss sicherstellt. Besonders gut gefallen die Aufgaben, bei denen die sich ergänzenden Fähigkeiten von Rosa und Joey zum Einsatz kommen. Technisch funktionierte das Spiel absolut einwandfrei, derzeit ist allerdings nur die englische Originalversion verfügbar. Wer die Blackwell-Reihe noch nicht gespielt hat, sollte dies unbedingt nachholen. Besonders jetzt, wo die Reihe abgeschlossen ist und alle Teile in einem Stück gespielt werden können. Bleibt zu hoffen, dass es irgendwann eine lokalisierte Version des gesamten Reihe für den deutschsprachigen Raum geben wird.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Wadjet Eye Games
Publisher Game Homepage
Plattform/Platform PC
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating keine Angabe
Anmerkungen/Remarks Englisch