Review zu "The Abbey (Neue Edition)"

Leider war die Erstausgabe dieses Adventures mit technischen Problemen behaftet, was sich entsprechend auch in den Bewertungen des Spieles niederschlug. Die Abzüge wegen dieser Mängel sind zwar absolut nachvollziehbar, aber das Spiel ansich wurde dadurch letztendlich unter seinem Wert beurteilt. Nach einem Patch (Download) für die Käufer der Erstausgabe ist zwischenzeitlich auch eine komplett neue Auflage des Spieles erschienen, erkennbar durch den Aufdruck „Neue Edition“ auf der Verpackung. In dieser Ausgabe sollten alle technischen Probleme behoben sein und genau auf diese Version bezieht sich unser Review. Freigegeben ist das Spiel übrigens ab einem Alter von 12 Jahren (USK).

Verpackung, Handbuch und Installation

Die „Neue Edition“ dieses Adventures kommt in einer DVD-Box, welche neben der Spiel-DVD noch ein kleines Handbuch beinhaltet. Darin werden auf etwa 25 Seiten alle wichtigen Infos zum Spiel und Hintergrundinformationen zur Location und den Charakteren vermittelt. Die empfohlenen Systemvoraussetzungen liegen bei einem Rechner mit 2GHz @ 1GB RAM und einer 128MB Grafikkarte, die DirectX 9.0c unterstützt. Die Installation des Spieles verlief ohne Probleme und so wurden etwa 2GB an Daten auf die Festplatte übertragen. Beim Start des Spieles wird kurz die DVD im Laufwerk überprüft, im späteren Spielverlauf dann aber praktisch nicht mehr darauf zugegriffen. In den Spieloptionen können neben den Lautstärken, den Untertiteln und der Inventareinblendung noch diverse Grafikeinstellungen, wie Auflösung, Antialiasing, Grafikqualität, Bildformat oder Schatten, vorgenommen werden.

Story und Rätsel

In der Person des Leonardo De Toledo muss der Spieler mysteriöse Verbrechen in einer abgelegenen Abtei aufklären. Eigentlich sollte er nur seinen Novizen Bruno in die Abtei bringen, aber schon auf dem Weg dorthin fallen die beiden fast einem Attentat zum Opfer. Offensichtlich sollte ihr Eintreffen in der Abtei verhindert werden. Das Adventure „The Abbey“ ist stark und ganz offensichtlich von Umberto Eco´s Roman „Der Name der Rose“ inspiriert, was auf jeden Fall sehr guten Stoff für ein Adventure bietet und auch entsprechend umgesetzt wurde. Die Handlung schreitet nur langsam voran und viele Hintergründe der Geschichte werden durch umfangreiche Dialoge vermittelt. Das Spiel ist ganz klar dialoglastig, allerdings auf sehr hohem und ansprechendem Niveau. Rätseltechnisch bietet das Spiel hingegen weniger Herausforderung, mitunter auch aufgrund der eher niedrigen Rätseldichte. Im letzten Abschnitt des Spieles ist der Spieler zudem kaum noch in den Handlungsverlauf integriert, das Spiel wandelt sich dort praktisch zu einem Film.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Die gesamte Comic-Grafik des Spieles ist ein wahrer Leckerbissen. Sowohl in den Spielszenen, als auch in den vielen vorgerenderten Zwischensequenzen, wobei der Übergang zwischen beiden sehr fließend ist. Technisch gesehen bewegen sich hier 3D-Charaktere auf detailreichen 2D-Hintergründen. Der Stil der Comic-Grafiken ist etwas Besonderes, man möchte ihn vielleicht als „erwachsen“ bezeichnen. Ein Beispiel dafür sind etwa die Hintergründe, die sich eher an der Realität orientieren, als Gebäude oder Einrichtungsgegenstände comic-typisch quietschbunt und schief darzustellen. Der gewählte Stil passt perfekt zur eher düsteren Location und Handlung. Musikalisch wird das Spiel von einem orchestralen Soundtrack begleitet, der optimaler nicht zu diesem Spiel passen könnte. Eingespielt wurde die Musik, die teilweise auch Gesänge beinhaltet, vom Sinfonieorchester Prag. Auch die Übersetzung ins Deutsche und die Wahl der Synchronsprecher ist sehr gut gelungen, was natürlich gerade bei dialoglastigen Spielen von sehr hoher Bedeutung ist.


Gameplay

Gesteuert wird das Spiel aus der 3rd-Person-Perspektive mit einem sehr einfach zu bedienenden Point&Click-Interface. Bewegt man den Mauszeiger an den oberen Bildschirmrand, wird das Inventar eingeblendet. Leider kann die Spielfigur nicht laufen, zumindest aber mit einem Doppelklick eine Location schnell verlassen. Eigentlich bietet das Spiel auch eine Kartenfunktion, die aber leider über die Tastatur aufgerufen werden muss und in ihrer Funktion eingeschränkt ist, da man die Karte nur im Freien, also nicht innerhalb von Gebäuden, nutzen kann. Um in das Hauptmenü und zu den Speicher-/Ladefunktionen zu gelangen, muss die ESC-Taste gedrückt werden. Die Spieldauer beträgt etwa 14 Stunden und in dieser Ausgabe lief das Spiel technisch absolut einwandfrei.

Zusammenfassung

Inspiriert von Umberto Eco´s Roman „Der Name der Rose“ bietet das Spiel neben der spannenden Story mit seinem besonderen Comic-Stil hervorragende Unterhaltung. In der „Neuen Edition“ lief das Spiel technisch einwandfrei und man kann sich voll auf die wunderbare grafische Gestaltung mit vielen Zwischensequenzen und den bombastischen, orchestralen Soundtrack einlassen. Der Schwerpunkt dieses Spieles liegt ganz klar auf der Präsentation und den umfangreichen Dialogen auf hohem Niveau. Leider leiden die Rätsel darunter und so ergeben sich eine eher geringe Rätseldichte und wenig rätseltechnische Herausforderung. Im letzten Abschnitt des Spieles hat der Spieler zudem kaum noch Einfluss auf das Spielgeschehen. Insgesamt aber ein sehr gelungenes Adventure, das etwa 14 Stunden hochwertiges Spielvergnügen bietet.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Alcachofa Soft
Publisher Crimson Cow / Game Homepage
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective
3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating USK12
Anmerkungen/Remarks Neue Edition