Review zu "Cleopatra – Schicksal einer Königin"

Bei Kheops Studios denkt man natürlich sofort an 1st-Person-Adventures und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch deren neuester Titel eben ein solches ist. Aufgrund der letzten Titel ist die Erwartungshaltung einfach ein solides Adventure, mit schön vorgerenderten Locations in altbewährter Technik und ohne nennenswerte Innovationen. Mal sehen, ob sich dieser Ausblick auch bestätigt. Freigegeben ist das Spiel übrigens ohne Altersbeschränkung (USK).

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einem flachen Karton mit Klappdeckel, welcher eine DVD-Box mit der Spiel-DVD und dem kleinen Handbuch enthält. Darin werden auf knappen 7 Seiten alle wichtigen Infos zum Spiel vermittelt, auch die Systemanforderungen, die mit 800Mhz @ 256MB und einer 64MB-Grafikkarte angenehm niedrig ausfallen. Die Installation des Spieles verlief problemlos und so wurden etwa 1,75GB auf die Festplatte übertragen. Beim Start des Spieles wird die DVD im Laufwerk abgefragt und rasch befindet man sich im Hauptmenü, das sich als Raum in typischer 1st-Person-Ansicht mit 360°-Rundumblick darbietet. Dort können die üblichen Optionen eingestellt werden, darunter auch die Drehgeschwindigkeit. Wenn mehrere Spieler den gleichen Rechner nutzen, können Savegames in mehreren Profilen abgelegt werden, was ganz praktisch ist. Vor dem Start eines neuen Spieles muss man ein Sternzeichen auswählen, was einen Einfluss auf die Variation der späteren Rätsel, nicht aber auf den eigentlichen Storyverlauf hat.

Story und Rätsel

Das Spiel handelt 48 vor Christus in Alexandria, wo im Streit um den Thron gerade eine heftige Auseinandersetzung zwischen Cleopatra und deren Bruder Ptolemäus tobt. Um ihre Entscheidungen treffen zu können, baut Cleopatra auf die Prophezeiungen des Astrologen Akkad und dessen Tochter Iris. Ptolemäus lässt beide entführen, um Cleopatra eine falsche Prophezeiung unterjubeln zu können. An dieser Stelle übernimmt der Spieler in der Rolle des Thomas, seines Zeichens ein junger Astrologiestudent bei Akkad. Eine Blutspur im Garten ist ein erster Anhaltspunkt und schnell kommt Thomas dem Treiben auf die Spur. Die Geschichte ist sicherlich interessant, wenngleich sie keinen wirklichen Tiefgang bietet. In der Rolle des Thomas löst man diverse Inventar- und einfache Maschinenrätsel. Hinzu gesellen sich das Zusammenbrauen von chemischen Mixturen und diverse astrologiebezogene Aufgaben, deren Lösungen sich aus mehreren Schriftstücken ergeben, die man im Spielverlauf findet. Der Schwierigkeitsgrad dabei ist durchgehend einfach bis sehr einfach. Abhängig davon, in welchem Sternzeichen man spielt, gibt es kleinere Variationen bei den Rätseln und Aufgaben, der eigentliche Handlungsverlauf bleibt davon aber unberührt. Leider liegt dadurch der Wiederspielbarkeitswert eher niedrig und somit sind die 6-8 Stunden Spieldauer mit etwas Adventurerfahrung nicht wirklich zufriedenstellend.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Die grafische Gestaltung ist die klare Stärke bei den Spielen von den Kheops Studios, wobei es in diesem Adventure leider nicht sehr viele Locations zu erkunden gibt. Wie schon in den Spielen zuvor ist bei den Grafiken jedoch wieder negativ anzumerken, dass sie etwas steril wirken und auch deutlich zu wenig Hintergrundanimationen bieten. Schön hingegen sind die detailreich vorgerenderten Zwischensequenzen, welche den Spielverlauf auflockern. Diese Sequenzen können später über das Hauptmenü übrigens beliebig oft wieder angesehen werden. Selbes gilt auch für sämtliche Musikstücke, welche das Spiel sehr abwechslungsreich und ansprechend untermalen. Auch in Sachen Sprachausgaben kann das Spiel überzeugen, da gibt es nichts zu bemängeln.


Gameplay

Gesteuert wird aus der 1st-Person-Perspektive, wobei man sich in den typischen Sprüngen von Stelle zu Stelle bewegt, wo man dann einen butterweich scrollenden 360°-Rundumblick hat. Die Drehgeschwindigkeit dabei lässt sich über das Optionsmenü in drei Stufen einstellen. Der Mauscursor zeigt über den jeweiligen Hotspots die Interaktionsmöglichkeiten und über die rechte Maustaste gelangt man in das Inventar, wo in mehreren frei aufteilbaren Abschnitten die eingesammelten Objekte verwaltet werden können. Zum Kombinieren von zwei oder mehreren Gegenständen gibt es eine sehr komfortable „Montagezone“. Ergänzt wird der Inventarbereich durch die gesammelten Dokumente, eine Aufzeichnung der Dialoge und durch ein Notizbuch, welches automatisch mitgeschrieben wird. Im Spielverlauf kann frei gespeichert werden, wobei die Spielstände in Form von Papyrusrollen in einem kleinen Schrank abgelegt werden. Technisch lief das Spiel in allen vier Durchgängen absolut einwandfrei.


Zusammenfassung

Auch dieses Spiel erfüllt wieder genau die Erwartungen für ein 1st-Person-Adventure der Entwickler Kheops Studios, mit altbewährter Technik und ohne nennenswerte Innovationen. Leider hat die Story keinen sonderlichen Tiefgang und auch die Spieldauer ist mit 6-8 Stunden nicht besonders hoch, weil u.a. die Rätsel keine wirkliche Herausforderung darstellen. Beim Start des Spieles kann man sich ein bestimmtes Sternzeichen aussuchen, was einen kleinen Einfluss auf die Variation der Rätsel, nicht aber auf den eigentlichen Storyverlauf hat. Grafisch präsentiert sich das Spiel wie gewohnt mit schön vorgerenderten Locations, die wie gehabt etwas steril wirken und wesentlich mehr Hintergrundanimationen vertragen hätten. Zudem bietet das Spiel leider nicht wirklich viele Locations zu erkunden. In Sachen Musik kann das Spiel mit abwechslungsreichen Musikstücken punkten und auch die Sprachausgaben sind von einwandfreier Qualität. Wer 1st-Person-Adventures mag und auch Gefallen an den letzten Titeln der Kheops Studios fand, der kann mit „Cleopatra“ nicht viel falsch machen, eventuell nur durch die besonders kurze Spieldauer etwas enttäuscht werden.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Kheops Studios
Publisher Rondomedia
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective
1st-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating USK0
Anmerkungen/Remarks