Review zu "Penumbra – Black Plague"

Mit dem Untertitel „Black Plague“ (Schwarze Pest) ist nun der zweite und leider auch schon letzte Teil von Penumbra erschienen. Das Spiel knüpft an das Ende der ersten Episode an und soll die interessante Geschichte abschließen. Mit einer innovativen Physik-Engine für ein 1st-Person-Adventure konnten die Entwickler bereits mit der TechDemo und der ersten Episode „Penumbra - Overture“ überzeugen. Mal sehen, welche Erweiterungen und Verbesserungen in diese neue Episode von Penumbra noch eingeflossen sind. Freigegeben ist das Spiel ab einem Alter von 16 Jahren (USK).

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einer DVD-Box, welche in einer einfachen Kartonhülle steckt. Neben der Spiel-CD ist in der Box noch ein 12-seitiges Handbuch enthalten, in dem alle wichtigen Infos zum Spiel vermittelt werden. Die Installation verlief problemlos und es wurde knapp 1GB an Daten auf die Festplatte übertragen. Beim Start des Spieles wird die CD im Laufwerk geprüft, im weiteren Spielverlauf dann aber nicht mehr darauf zugegriffen. Als minimale Systemvoraussetzung ist im Handbuch ein Rechner mit 1,5GHz @ 512MB RAM angegeben, was sich von der Angabe auf der Verpackung unterscheidet, die nämlich deutlich niedriger ausfällt. Grundsätzlich erscheint die höhere Angabe im Handbuch angemessen, da das Spiel durch die Physik-Engine doch einiges an Leistung beansprucht. In den umfangreichen Spieloptionen im Hauptmenü können folgende Parameter individuell eingestellt werden: Steuerung, Gameplayoptionen, Sprache, Sound, Grafik und der allgemeine Schwierigkeitsgrad. Hier ist der vorgeschlagene Wert „NORMAL“ zu empfehlen, da er ein ausgeglichenes und faires Spielvergnügen bietet, wobei auch anzumerken ist, dass es in dieser Episode keinerlei Waffen und Kämpfe mehr gibt.

Story und Rätsel

Die Handlung knüpft direkt an das Ende der ersten Episode an und führt die Geschichte dann auch zu Ende. Auf der Suche nach seinem Vater gerät Philip in eine geheimnisvolle, unterirdische Anlage irgendwo in der Tundra in Grönland. Irgendwas stimmt hier aber nicht. Es gibt praktisch keine überlebenden Menschen an diesem gottverlassenen Ort und ein mysteriöses Geheimnis scheint sich hier zu verbergen. Gerade als er (am Ende der ersten Episode) einen Ausgang aus dieser Hölle gefunden zu haben scheint, wird Philip niedergeschlagen, um erst nach längerer Bewusstlosigkeit in einem abgeschlossenen Raum wieder zu sich zu kommen. Was war geschehen und wer hat Interesse daran, ihn hier festzuhalten? Somit beginnen die Suche sowie der Kampf um das Überleben erneut und schon bald kommt Philip der dunklen Wahrheit nach und nach auf die Spur …

Im Vergleich zur ersten Episode ist die Handlung wesentlich interessanter und auch spannender, weil eine tiefergehende Rahmengeschichte rund um das Spiel aufgebaut wurde. Auch die Rätsel und Aufgaben bieten mehr Herausforderung, insbesondere wurden die Möglichkeiten der tollen Physik-Engine noch deutlich besser dafür ausgeschöpft. Die Rätsel sind dabei durchaus herausfordernd, dabei aber nie extrem schwierig und immer absolut fair. Obwohl man im Spiel gelegentlich auch auf bösartige Kreaturen trifft, gibt es in dieser Episode keine Waffen und direkten Kämpfe mehr. Eher ist ein geschicktes und unauffälliges Agieren gefragt, um gar nicht erst in eine Auseinandersetzung zu geraten. Wer trotzdem Spaß daran findet, kann die Kreaturen aber gerne auch mit herumliegenden Steinen und Kisten ordentlich vermöbeln, was für den Spielverlauf an sich aber keinerlei Relevanz hat.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Wie bereits in der ersten Episode ist die Grafik- und Physik-Engine einfach genial und schafft eine neue Ausprägung des 1st-Person-Adventures, bei dem der Spieler tief in die Spielwelt eintauchen und in ihr interagieren kann. Die abwechslungsreiche Musik und insbesondere die Hintergrundgeräusche tragen zu einer gruseligen und mysteriösen Atmosphäre bei. Man fühlt sich irgendwie beobachtet und muss immer mit plötzlich auftauchender Gefahr rechnen. Im Vergleich zum ersten Teil gibt es wesentlich mehr Sprachausgaben, die allerdings leider nicht lokalisiert wurden, was doch ein großer Schwachpunkt ist. Lediglich die Texte und Untertitel im Spiel wurden ins Deutsche übersetzt. Da die englischen Sprachausgaben sehr gelungen sind, empfiehlt es sich darum, das Spiel gleich ganz in Englisch (einstellbar) zu spielen, sofern man natürlich die nötigen Sprachkenntnisse mitbringt.

Wer übrigens alle geheimen Gegenstände im Spiel findet, erhält am Ende der Credits ein spezielles Kennwort, mit dem ein Minispiel im eigentlichen Spiel aktiviert werden kann. Das Minispiel findet sich auf einem der Rechner und trägt den Namen „Schmup.exe“. Wenn das Programm gestartet wird, dann muss das Kennwort eingegeben werden und schon kann losgeballert werden. Aber es gibt noch mehr versteckte Zugaben. Im Spielverzeichnis (diesmal nicht innerhalb des Spieles, sondern wirklich auf dem eigenen Rechner) befindet sich ein Archiv mit dem Namen „super_secret“. Wenn man dieses Archiv öffnet und das Kennwort aus dem Spiel eingibt, dann wird zusätzliches Material zum Spiel installiert, nämlich Artwork-Bilder, Desktop-Hintergründe und ein „Behind the Scenes“-Video. Wer jetzt aber keine Lust hat, das Spiel erneut zu Spielen, um alle Geheimnisse zu finden, der sollte sich alle Screenshots in diesem Review mal etwas genauer ansehen …

Gameplay

Gesteuert wird bei diesem 1st-Person-Adventure mittels Tastatur und Maus, wobei die Tastaturbelegung individuell angepasst werden kann. Allerdings entspricht die Voreinstellung der gängigen Belegung (WASD) und ist eigentlich ganz angenehm zu handhaben. So kann man sich ganz einfach in alle Richtungen bewegen, wobei für die Vorwärtsbewegung die Richtung über die Maus gesteuert wird. Zusätzlich kann natürlich auch gelaufen und gesprungen werden. Um in gefährlichen Situationen nicht gleich entdeckt zu werden, kann man in einen sogenannten Schleichmodus (kriechen) umschalten, wodurch man sich nahe am Boden und ganz langsam bewegt. Verhält man sich ganz still, wird automatisch in den sogenannten Schattenmodus gewechselt, wodurch man in dunklen Räumen besser sieht und selber schwerer zu sehen ist. Hinzugekommen ist eine Funktion, mit der man das aktuell gehaltene Objekt in alle Richtungen rotieren kann, was beim Lösen mancher Aufgaben sehr hilfreich ist. Um sich mit der Steuerung schnell vertraut zu machen, bietet das Spiel auch ein sehr effizientes Tutorial, mit dem man die Steuerung sehr schnell erlernen kann, bevor das eigentliche Spiel startet. Wie bereits erwähnt, gibt es in dieser Episode keine Kämpfe und somit auch keine Waffen mehr.

Grundsätzlich lief das Spiel trotz der komplexen Engine absolut einwandfrei, leider hat sich gegen Ende des Spiels dann aber doch ein schwerer Fehler eingeschlichen, der das Spiel zum Absturz bringt. Dieser Fehler tritt zwar nur bei einer bestimmten Reihenfolge der vorherigen Aktionen auf, hat aber bereits mehrere Spieler getroffen. Auf der Website der Entwickler (im Forum) wird bereits ein kleiner Patch für dieses Problem angeboten, trotzdem mindert so ein Fehler im Moment des Auftretens natürlich den Spielspaß, da man ein einer sehr spannenden Stelle im Spielverlauf plötzlich unterbrochen wird.


Zusammenfassung

Die zweite und leider auch schon letzte Episode von Penumbra bietet im Vergleich zum ersten Teil nochmals eine deutliche Steigerung. Insbesondere die Story, aber auch der Einsatz der Physik-Engine für verschiedene Rätsel und Aufgaben, wurden deutlich verbessert. Kämpfe und Waffen gibt es im Spiel keine mehr, obwohl natürlich immernoch bösartige Kreaturen in der unterirdischen Anlage warten. Diese gilt es aber durch geschicktes Agieren zu überlisten anstatt auf sie einzuprügeln. Die Rätsel sind herausfordernd, aber nie extrem schwer und immer absolut fair. Abzüge für das Spiel gibt es, da leider die Sprachausgaben nicht lokalisiert wurden und sich gegen Ende des Spiels ein schwerer Fehler eingeschlichen hat. Insgesamt ist „Penumbra – Black Plague“ aber ein empfehlenwertes 1st-Person-Adventure, welches ca. 12-15 Stunden hochspannenden Spielspaß bietet. Um die komplette Geschichte erleben zu können, sollte man vorher unbedingt noch die erste Episode spielen. Beide Episoden zusammen bieten eine Spieldauer von etwa 25 Stunden.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Frictional Games
Publisher Koch Media
Plattform/Platform PC (CD)
Perspektive/Perspective
1st-Person
Steuerung/Control Keyboard & Mouse
Altersfreigabe/Rating USK16
Anmerkungen/Remarks