Review zu "Casebook Episode 3 – Snake in the Grass"

Die dritte Episode der Casebook-Reihe knüpft direkt an das Ende der vorangehenden Episode “The Watcher” an, die ja in einem Cliffhanger endete. Detective James Burton war damals kurz davor, Marlon Hapman als Mörder zu überführen und hinter Gitter zu bringen, doch ein falsches Alibi half Hapman, dem Gesetz zu entkommen und unterzutauchen. Mit dieser Niederlage konnte Burton jedoch nicht leben und machte es sich zur Aufgabe, Hapman aufzuspüren. In der Kleinstadt Garden findet er ihn schließlich, unmittelbar nachdem dort ein Mord geschehen war …

Verpackung, Handbuch und Installation

Auch die dritte Episode kann auf der Casebook-Homepage derzeit nur als Download (1.2GB) bezogen werden, darum entfallen die üblichen Hinweise zur Verpackung. Durch die Ausführung des heruntergeladenen Installationsfiles werden dann knapp 1,3GB an Spieldaten auf die Festplatte installiert. Ein separates Handbuch in Form einer Datei ist nicht vorhanden, da alle wichtigen Infos wie schon in den vorangehenden Episoden später direkt im Spiel vermittelt werden bzw. über eine Hilfetaste dort aufgerufen werden können. Im sehr übersichtlichen Hauptmenü können über die Optionen die Englischen Untertitel und die Empfindlichkeit der Maus (entspricht später auch der Drehgeschwindigkeit in der 1st-Person-Ansicht) eingestellt werden. Bevor man sich in den neuen Fall stürzen kann, muss über das Menü noch ein Spielerprofil angelegt werden, auf dem später automatisch der aktuelle Spielstand gespeichert wird. Hat man die früheren Episoden bereits installiert und gespielt, wird das alte Profil automatisch übernommen.

Story und Rätsel

In der Casebook-Reihe schlüpft der Spieler in die Rolle eines forensischen Ermittlers, der unter der Leitung von Detective James Burton bei der Aufklärung verschiedener Kriminalfälle mitwirkt. Der eigentliche Hauptcharakter ist Detective James Burton, der uns als leitender Ermittler entsprechende Aufgaben zuteilt. Die Handlung der dritten Episode dreht sich wieder um Marlon Hapman, der schon in der zweiten Episode „The Watcher“ mordete, aber aufgrund eines falschen Alibis damals nicht endgültig überführt werden konnte. Dazu gibt es in der Einleitung dieser Episode auch einen Rückblick auf die Ereignisse der vorigen Episode. Hapman ist inzwischen in der Kleinstadt Garden untergetaucht und erst als dort ein Mord geschieht, kreuzen sich die Wege von James Burton und Marlon Hapman wieder. Opfer des Mordes war der örtliche Uhrmacher, der erschlagen in der kleinen Kapelle der Stadt aufgefunden wurde. Als mutmaßlicher Täter wurde ein junger Mann verhaftet, der angibt, den Mord im direkten Auftrag Gottes ausgeführt zu haben. Auch alle unseren forensischen Untersuchungen deuten klar darauf hin, dass dieser junge Mann der Mörder ist. Trotzdem ist Burton fast schon besessen fest davon überzeugt, dass Marlon Hapman für den Mord verantwortlich ist und will dies auch unbedingt beweisen …

Unsere Aufgabe besteht hauptsächlich darin, drei verschiedene Locations genauestens zu untersuchen und diverse forensische Analysen der gefundenen Spuren durchzuführen. Das Aufsuchen der Spuren erfolgt ausschließlich mit Hilfe einer Kamera, über deren Sucher und Zoomfunktion die einzelnen Schauplätze genauestens abgesucht werden müssen. Hat man einen interessanten Gegenstand oder eine Spur gefunden, kann man abdrücken. Nicht ganz realistisch, da insbesondere DNA-Spuren ja wirklich vor Ort aufgenommen werden müssen und ein Bild dazu nicht ausreichend ist. Die Kamera bietet zudem nur Platz für 8 Bilder, danach muss man in das mobile Labor, um die Bilder auszuwerten. Weitere Analysen erfolgen dann auch dort. Die gefundenen Hinweise werden in einem Ordner, getrennt nach jedem Schauplatz, verwaltet und können dort untereinander verknüpft werden, sofern es Zusammenhänge bei den Spuren gibt. Danach wiederholt sich der Vorgang im Prinzip, man macht also weitere 8 Bilder am Schauplatz mit seiner Kamera, kehrt wieder zum mobilen Labor zurück und wertet diese aus. Abhängig davon, welche Beweise und Verknüpfungen man bereits gefunden hat, wird die Geschichte Stück für Stück weiter vorangetrieben. Hat man einen Schauplatz erledigt, wird der nächste freigeschalten. Adventuretypische Herausforderungen wie Inventar und Rätsel fehlen, trotzdem fühlt man sich durch seine Aufgaben und den permanenten Austausch mit James Burton und seiner Kollegin im Labor durchaus als Teil des Geschehens.

Auch die dritte Episode erzählt wieder einen spannenden Kriminalfall, bei dem es eine unerwartete Wendung gibt. Im Gegensatz zur zweiten Episode wird der Fall diesmal vollständig aufgeklärt und es bleibt nichts offen, abgesehen davon, dass es eine kurze Einleitung bzw. Andeutung für die nächste Episode gibt. Leider ist das gesamte Gameplay nicht mehr ganz so umfangreich wie bei der zweiten Episode, sondern eher wieder auf das eher schwache Niveau der ersten Episode zurückgefallen. Trotzdem ist das Adventure mit seiner Spieldauer von etwa 2,5 Stunden durchaus interessant und unterhaltsam.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Wie schon in den vorangehenden Episoden handelt es sich auch hierbei wieder um ein FMV-Adventure. Manche der Videos nehmen fast den ganzen Bildschirm ein, aber es gibt auch Sequenzen, die in etwas kleineren Fenstern dargestellt werden. Dafür kann man in diesen Fenstern dann selber über die Maus den Blickwinkel der Kamera leicht verändern, was einen irgendwie noch etwas näher an das Spielgeschehen rücken lässt. Während in der zweiten Episode die gleichzeitige Darstellung von mehreren Handlungssträngen in Form von Split-Screens zusätzliche Dynamik verlieh, wurden in dieser Episode wieder nur einfache Videos eingesetzt, die auch hinsichtlich der Qualität und Atmosphäre nicht an die vorangehenden Episoden herankommen. Die fotorealistische Grafik an den Schauplätzen mit flüssiger 360° Rundumsicht wurde mittels der eigens entwickelten Areograph-Technik wieder gut umgesetzt. Störend dabei ist die Tatsache, dass die Schauplätze sehr statisch erscheinen. Im Gegensatz zu den vorangehenden Episoden sind die Übergänge zwischen der 360° Rundumsicht und den Videos nicht immer ganz sauber und es gibt kleine Grafikfehler. Leider wurde auch ein Schauplatz aus einem Haus in der Demo-Episode übernommen und diesmal an einer völlig anderen Location eingebaut. Zwar ist der Raum völlig umdekoriert worden, aber trotzdem ist dies etwas irritierend, zumindest wenn man alle Episoden kennt. Die Charaktere sprechen ein sehr gut verständliches Englisch und wer sprachlich nicht ganz sattelfest ist, kann sich zusätzlich auch die optionalen Untertitel einblenden. Die Lautstärke der Stimmen ist an manchen Stellen etwas zu niedrig und variiert gelegentlich zwischen den Sprechern. Zudem gibt es manchmal überlappende Sprachausgaben, wo die Sprachausgaben zwei verschiedener Personen einfach gleichzeitig abgespielt werden. Musikalisch sind die verschiedenen Videosequenzen dezent, aber stimmig und ansprechend untermalt.


Gameplay

Gesteuert wird aus der 1st-Person-Perspektive und es gibt zwei grundlegende Tätigkeiten, nämlich das Aufnehmen der Spuren mit seiner Kamera und später das Analysieren der gefundenen Hinweise im mobilen Labor. Nach dem Intro des Spiels befindet man sich gleich an der ersten Location, einer kleinen Kapelle in welcher der Mord begangen wurde. Dort werden mittels Kamera gleich die ersten Spuren aufgenommen. Das Spiel bietet das bereits gewohnte Tutorial, welches den Spieler durch die ersten Minuten des Spieles führt, was sehr effizient funktioniert. Später kann man jederzeit über die F1-Taste Hilfe zur aktuellen Aufgabe aufrufen. Innerhalb der Locations kann man sich entweder mit reiner Maussteuerung oder alternativ zusätzlich mit Tastatursteuerung (WASD) umsehen. Sobald man etwas von Interesse gefunden hat, wird die Kamera aktiviert und über den Sucher mit Zoomfunktion wird das Objekt bzw. die Spur angepeilt. Dabei muss beachtet werden, dass man sich nicht zu nahe und auch nicht zu weit entfernt befindet, sonst sind manche Spuren erst gar nicht sichtbar oder die Aufnahme ist unbrauchbar und wird verworfen. Dadurch ist man dazu angehalten, sich innerhalb des jeweiligen Raumes zu bewegen und ihn aus verschiedenen Perspektiven zu durchsuchen. Wenn man alles sorgfältig durchsucht hat, aber trotzdem nicht mehr weiterkommt, kann man die sogenannte Intuitions-Taste (I) drücken, die einem hilft, eventuell übersehene Spuren oder Objekte zu lokalisieren. Hat man 8 Bilder mit der Kamera geschossen, ist diese leider auch schon wieder voll und man muss zwangsläufig in das mobile Labor, um die Bilder auf den Computer zu übertragen und dort auszuwerten.

Zum Auswerten der Bilder werden diese der Reihe nach im Computer gesichtet, wobei unwichtige Bilder automatisch vernichtet werden. Alle relevanten Bilder können dann weiter analysiert werden, wozu verschiedene Minispiele zum Einsatz kommen. Leider gibt es in Episode 3 im Vergleich zur Episode 2 wieder deutliche Abstriche hinsichtlich der Aufgaben und Analysemöglichkeiten, die fast auf das eher schwache Niveau der ersten Episode zurückfallen. Nach abgeschlossener Analyse werden die erhaltenen Fakten in Form von Bildern auf einen Stapel übertragen. Von dort können die Bilder dann einzeln in das Ermittlungsbuch gezogen und dort frei arrangiert werden. Dazu gibt es für jeden Schauplatz eine eigene Seite und zusätzlich ein Blatt für alle Beteiligten bzw. Verdächtigen. Leider bietet das Buch nicht ausreichend Platz, sodass man die Bilder nicht wirklich sinnvoll gruppieren kann. Gesammelte Spuren, die eine mögliche Verbindung zu anderen Hinweisen haben, werden durch ein Ketten-Symbol gekennzeichnet. Bringt man zwei solche Hinweise übereinander, wird die Verbindung automatisch hergestellt. Da es immer nur 2-3 Möglichkeiten gibt, kommt hier die Trial&Error-Methode zum Einsatz, wodurch auch diese Tätigkeit keine wirkliche Herausforderung darstellt.


Um den Überblick über den aktuellen Ermittlungsstand zu behalten, kann man über die Leertaste ein Logbuch aufrufen. Dort sieht man die bisherigen Videoclips mit Zeugen und Verdächtigen, eine Karte der Locations und die noch ausstehenden Beweise. Die Aufgaben sind klar dargestellt und man kann gezielt nach den jeweiligen Spuren suchen. Man muss sich dabei auch keine großartigen Gedanken machen, da man eigentlich keine Fehler machen kann. Erst wenn man alle relevanten Beweise gefunden und ausgewertet hat, geht es in der Handlung weiter. Aus diesem Grund gibt es wohl auch keine separate Speicherfunktion. Es wird automatisch immer der letzte Ermittlungsstand im Profil abgespeichert. Das hat jedoch den Nachteil, dass man nicht gezielt an bestimmte Stellen im Spiel zurückspringen kann, was angesichts des relativ kleinen Umfangs der Episoden aber kein Beinbruch ist.

Zusammenfassung

Auch die dritte Episode „Snake in the Grass“ aus der Casebook-Reihe erzählt wieder einen spannenden Kriminalfall mit einer unerwarteten Wendung. Die Handlung knüpft an das offengebliebene Ende der zweiten Episode an und diesmal soll der Mörder Marlon Hapman in Verbindung mit einem neuen Mordfall endgültig überführt werden. Qualitativ kommt die dritte Episode leider nicht an die zweite Episode heran, welche dadurch weiterhin den bisherigen Höhepunkt der Reihe markiert. Primär zu erwähnen sind da die Abstriche in der Abwechslung beim Gameplay, bei dem fast ein Rückfall auf die diesbezüglich schwache erste Episode stattgefunden hat. Auch bei den Videosequenzen ist ein deutlicher Abfall in der Qualität zu erkennen, sowohl bildtechnisch als auch inhaltlich. Eigentlich schade, dass die Verbesserungen aus der zweiten Episode nicht übernommen, weitergeführt oder sogar ausgebaut wurden. Leider konnte das Spiel auch technisch nicht voll überzeugen, da sich neben zwei Abstürzen auch kleine Grafikfehler bei Szenenübergängen und Überlappungen von Sprachausgaben zeigten. Trotzdem ist auch diese dritte Episode ein interessantes und unterhaltsames FMV-Adventure, das eine Spieldauer von etwa 2,5 Stunden bietet. Der Erfolg der ersten drei Episoden wird nun ausschlaggebend sein, ob es weitere Episoden der Casebook-Reihe geben wird.

English Summary

The third episode „Snake in the Grass“ of the Casebook series tells another interesting crime case with an unexpected twist. The introduction gives a short review on the second episode, as the new case refers to it, solving also the cliff-hanger players had to face back then. Again Marlon Hapman is suspect in a murder case and this time detective James Burton wants to finally hunt him down. Unfortunately the third episode does not reach the quality level seen in the second episode, which therefore still remains the highlight of the Casebook series so far. Mainly the variety in gameplay is quite limited again, dropping back almost to the level of the first episode. Further the video sequences are not of the high quality seen in the second episode, referring to the image quality as well as to the cinematic qualities. It truly is a pity, that the strong improvements in the second episode could not make it into the third episode. Another weak points are some technical issues with the game, such as two program terminations (access violation faults), erratic overlapping of speech and minor graphical glitches. Nevertheless “Snake in the Grass” is an interesting and well entertaining FMV-Adventure, which takes about 2,5 hours to play through. Depending on the success of the first three episodes players have to wait now and see, if and when the next Casebook episode will be announced and released. Hopefully there will be a next episode, back at the quality level of the second episode, maybe even with some improvements …

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Areo Cinematic Games
Publisher Casebook
Plattform/Platform PC (DOWNLOAD)
Perspektive/Perspective
1st-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating keine Angabe
Anmerkungen/Remarks derzeit nur in Englisch erhältlich