Review zu "Runaway – A Twist of Fate"

Mit dem Untertitel “A Twist of Fate” ist nun der dritte und letzte Teil der als Trilogie angelegten Runaway-Reihe erschienen. Besonders wegen dem Cliffhanger am Ende des zweiten Teiles wurde die Fortführung bzw. Aufklärung der Geschichte von Brian und Gina schon sehnlichst erwartet. Jedoch auch hinsichtlich der Rätsel, dem Humor und der Story im Allgemeinen erhoffen sich die Fans der Reihe natürlich eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum eher schwächeren zweiten Teil. Diesmal kann über manche Kapitel übrigens auch Gina gesteuert werden.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt mal etwas abweichend vom Standard nicht in einem Karton, sondern in einer durchsichtigen Slimcase-DVD-Box. Dies sichert zwar eine platzsparende Aufbewahrung, bietet allerdings aber auch keinen Platz für etwaige Zugaben oder sonstige Anreize für Sammler. Entsprechend enthält die Verpackung auch nur die Spiel-DVD und das etwa 15-seitige Handbuch, welches in nicht besonders üppigem, aber ausreichendem Umfang alle wichtigen Infos zum Spiel vermittelt. Leider wurde die Vorfreude auf das Spiel etwas gebremst, als nach dem Einlegen der DVD diese überhaupt nicht im Laufwerk erkannt wurde und somit eine Installation des Spieles zunächst erst gar nicht möglich war. Ein Update der Firmware des DVD-Laufwerkes brachte dann aber schnell Abhilfe. Ein Problem, das keineswegs dem Spiel zuzuschreiben ist, aber trotzdem komisch, da bisher alle DVDs der aktuellen Adventures problemlos erkannt wurden. Die weitere Installation des Spieles verlief dann reibungslos und es wurden stolze 7,5GB an Daten auf die Festplatte installiert. Um das Spiel in einer fehlerfreien Version genießen zu können, sollte gleich auch der aktuelle Patch installiert werden. Dieser Test bezieht sich auf das Spiel mit installiertem Patch (v1.11). Die Einstellmöglichkeiten in den Optionen sind überschaubar und beschränken sich auf die Lautstärke und die Untertitel im Spiel. Weiterführende Grafikeinstellungen (Bildformat) können über das separate Programm „RATOF-Config“ im Spieleverzeichnis vorgenommen werden. Vor dem Start eines neuen Spieles muss der Spieler ein Profil anlegen, unter dem dann die Speicherstände verwaltet werden. Für das Profil stehen verschiedene Bilder von Runaway-Charakteren zur Verfügung und optional kann auch ein Kennwort für das jeweilige Profil vergeben werden.

Story und Rätsel

Der dritte Teil beginnt mit der Beerdigung von Brian Basco. In einem Anfall von Wahnsinn soll er Colonel Kordsmeier getötet haben und wurde daraufhin in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert. Bei einem Fluchtversuch aus derselben ist er dann anscheinend ums Leben gekommen. Kenner der Reihe denken sich nun wohl schon, dass es kaum möglich sein kann, den dritten Teil von Runaway ohne Brian zu bestreiten. Und in der Tat, die Beerdigung von Brian stellt sich schnell als inszeniert heraus und auch Gina war darüber – zumindest teilweise – im Bilde. Brian musste diesen Weg gehen, um zusammen mit Gina aufklären zu können, wer ihm den Mord an Colonel Kordsmeier in die Schuhe schieben will und was damals wirklich auf der Insel Mala geschah. Schnell taucht der Spieler in eine spannend inszenierte, hochdynamische und dabei humorvoll erzählte Geschichte ein, welche beide Vorgänger klar in den Schatten stellt. Die Handlung knüpft direkt an den zweiten Teil an und in Rückblenden werden auch alle bisher offen gebliebenen Fragen nach und nach aufgearbeitet. Es werden über die insgesamt 6 Kapitel abwechselnd Brian und Gina, meistens unabhängig voneinander, gespielt. Erst gegen Ende des Spieles treffen die beiden dann auch aufeinander und bringen gemeinsam die Verschwörung endgültig zu Fall. Im Spielverlauf trifft man auf viele bekannte, aber auch einige neue Charaktere, mit denen es teils sehr umfangreiche Dialoge zu führen gilt, die gleichzeitig auch wichtige Hinweise zu den zahlreichen Rätseln geben. Obwohl die Rätsel sich primär auf Objekte und Dialoge konzentrieren, ist das Rätseldesign ausgesprochen gut gelungen und alle Lösungen sind nachvollziehbar. Der Schwierigkeitsgrad liegt dabei im Bereich einfach bis mittelschwer. Spieler mit etwas Adventureerfahrung werden das Spiel ohne größere Hänger in ca. 10-12 erlebnisreichen und spannenden Stunden durchspielen können.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Hinsichtlich der bunten Comic-Grafik konnten sich die Entwickler im Vergleich zu den vorangehenden Teilen nochmals deutlich steigern. Neben den zahlreichen und wunderschönen Hintergründen hinterlassen insbesondere auch die detailreichen Animationen der Charaktere einen sehr guten Eindruck. Zudem wird der Spielverlauf noch von häufig eingesetzten und brillant umgesetzten Zwischensequenzen aufgelockert. Insgesamt wirkt das Spiel auch unterstützt durch den Einsatz verschiedener Perspektiven und Kamerafahrten sehr dynamisch und wird wahrlich zum cineastischen Erlebnis. Dazu trägt natürlich auch wesentlich die gesamte soundtechnische Gestaltung bei. Die abwechslungsreiche Hintergrundmusik, teilweise sogar mit Gesang, unterstreicht nochmals die Spannung und Dynamik. Auch die Sprachausgaben bewegen sich auf sehr hohem Niveau und es war die richtige Entscheidung, wieder die vertrauten deutschen Stimmen aus den früheren Teilen einzusetzen. Alle Sprecher haben ihre Rollen sehr gut gesprochen und waren mit dem Kontext und der Handlung der jeweiligen Szene offensichtlich bestens vertraut. Zudem hat man sich auch große Mühe beim Anpassen der Stimmen (Effekte) an die jeweiligen Locations gegeben, wie beispielsweise der Hall in größeren Räumen.


Gameplay

Gesteuert werden von Kapitel zu Kapitel abwechselnd Brian und Gina, jeweils aus der 3rd-Person-Perspektive mit einem einfach zu bedienenden Point&Click-Interface. Unnötig umständlich gestaltet sich lediglich der Zugriff auf das Inventar, insbesondere eigentlich das Verlassen desselben. Dazu muss man den Cursor nämlich ein einen bestimmten Bereich (etwas hakelig, nicht immer ohne Probleme zu treffen) führen und dort klicken. Da weicht man beim Öffnen bzw. Schließen des Inventars oft lieber auf die Tastatur aus, was reibungsloser funktioniert, aber bei einem Point&Click-Interface einfach nicht notwendig sein sollte. Die Gegenstände im Inventar können in einer 3D-Ansicht genauer untersucht werden und die Charaktere haben so einige Kommentare zu den Gegenständen und Kombinationsmöglichkeiten auf Lager. Obwohl alle benötigten Gegenstände und Hotspots einfach auszumachen sind, bietet das Spiel trotzdem eine Hotspot-Taste für alle Suchfaulen. Ein ausgeklügeltes und schön gestaltetes Hilfesystem unterstützt den Spieler sehr konkret und zielführend, wenn man wirklich mal festhängen sollte. Da sich der Schwierigkeitsgrad des Adventures eher im einfachen Bereich bewegt, wird man die Hilfe kaum in Anspruch nehmen müssen. Trotzdem lohnt sich zumindest ein kurzer Blick hinein, alleine schon um einen alten Bekannten wieder zu sehen. Praktisch sind auch die Zusammenfassungen des bisherigen Spielverlaufes, wenn man eine längere Unterbrechung beim Spielen hatte und wieder in die Handlung einsteigen möchte. Technisch lief das Spiel mit dem Patch v1.11 absolut einwandfrei.


Zusammenfassung

Mit „Runaway – A Twist of Fate“ haben die Pendulo Studios ein hervorragendes Adventurespiel und zugleich den krönenden Abschluss der Runaway-Trilogie geschaffen. Eine spannend inszenierte, dynamische und zugleich humorvoll erzählte Geschichte fesselt den Spieler und beantwortet zudem alle offenen Fragen aus dem zweiten Teil „Dream of the Turtle“, der ja damals mit einem unschönen Cliffhänger endete. Grafisch garantiert das Spiel mit seinem bunten Comic-Look ein cineastisches Erlebnis, bei dem von den handgemalten Hintergründen über die detaillierten Charakteranimationen, bis hin zu den zahlreichen Zwischensequenzen, einfach alles absolut stimmig ist. Abwechslungsreiche Hintergrundmusik, teilweise sogar mit Gesang, sowie hochwertige Sprachausgaben der aus den früheren Teilen vertrauten Sprecher unterstützen diesen Eindruck. Die Rätsel konzentrieren sich zumeist auf Objekte und Dialoge, wobei die Einbettung in den Spielverlauf ansprechend gelungen ist und alle Rätsel nachvollziehbar sind. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich im Bereich einfach bis mittelschwer und erfahrene Adventurespieler dürfen mit einer Spieldauer von ca. 10-12 Stunden rechnen. Technisch lief das Spiel mit dem Patch v1.11 absolut einwandfrei.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Pendulo Studios
Publisher Crimson Cow
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective
3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating USK12
Anmerkungen/Remarks mit Patch v1.11 getestet