Review zu "K11 – Kommissare im Einsatz"

Wie bereits bei diversen anderen Fernsehserien erfolgt, hat nun auch „K11 – Kommissare im Einsatz“ aus dem SAT1-Vorabendprogramm sein eigenes „offizielles Spiel zur Serie“ spendiert bekommen. Als neuer Kollege im K11-Team soll der Spieler an der Seite von Kriminalhauptkommissar Michael Naseband und Kriminalhauptkommissarin Alexandra Rietz in fünf verschiedenen Kriminalfällen ermitteln. Da das ab 12 Jahren (USK) freigegebene Spiel auch Adventureelemente enthält, soll es an dieser Stelle mal näher durchleuchtet werden.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einer einfachen DVD-Box, welche die Spiel-DVD und das gedruckte Handbuch enthält. Sonstige Zugaben sind keine enthalten. Das übersichtlich gestaltete Handbuch beschreibt auf 19 Seiten ausführlich alle nötigen Infos zum Spiel. Die Installation verlief reibungslos und es wurden 2,15GB an Daten auf die Festplatte übertragen. Über das Hauptmenü gelangt man zu den Spieloptionen, wo die Bildschirmauflösung und die verschiedenen Lautstärken (Sprache, Musik, Geräusche) eingestellt werden können. Die aktuellen Spielstände können in 5 verschiedenen Profilen verwaltet werden, wobei das Spiel immer automatisch den Spielfortschritt abspeichert.

Story und Rätsel

In den insgesamt 5 Fällen muss der Spieler als neuer Kollege im K11-Team in verschiedenen Kriminalfällen ermitteln. Die Fälle handeln in völlig verschiedenen Umfeldern, nämlich bei der Bundeswehr, in der Bikerszene, in der Kirche, bei der Polizei selber und im Personentransportgewerbe. Nachdem der erste Fall noch gut überschaubar ist, nimmt der Umfang der Fälle im Spielverlauf zu. Später gibt es auch Zusammenhänge oder zumindest überschneidende Personen in den verschiedenen Fällen. Angeleitet und unterstützt wird der Spieler dabei von Kriminalhauptkommissar Michael Naseband und Kriminalhauptkommissarin Alexandra Rietz, beide Figuren aus der Fernsehserie. Grundsätzlich ist der Spielverlauf immer gleich und wird bald etwas eintönig: Suchen nach Beweisen an den Tatorten, Anfordern von Untersuchungen beim Kriminaltechniker, das Auswerten der Beweise, der Austausch mit Naseband bzw. Rietz und das Befragen der Zeugen bzw. Verdächtigen. Der Austausch mit Naseband bzw. Rietz läuft etwa wie ein Quiz ab, bei dem die Kriminalhauptkommissare Fragen zum Fall stellen und man aus mehreren Optionen die richtige(n) Antwort(en) auswählen muss. Abhängig davon, wie gut man sich hier schlägt, erhält man am Ende jedes Falles eine kleine Bewertung. Richtige Rätsel oder knifflige Aufgaben sucht man vergeblich. Dadurch geht der Schwierigkeitsgrad des linear ablaufenden Spieles praktisch gegen Null. Durch die wenigen Interaktionsmöglichkeiten, die permanente Unterforderung des Spielers und die nicht sonderlich spannenden Fälle macht sich über die Spieldauer von etwa 8 Stunden schnell Langweile breit und man hofft, möglichst schnell an das Ende des jeweiligen Falles zu kommen.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Die grafische Gestaltung ist nicht herausragend, aber soweit akzeptabel. Die Hintergrundgrafiken wirken bis auf wenige Ausnahmen sehr steril und allgemein unglaublich leblos. Ganz das Gegenteil dazu sind da die verschiedenen Charaktere, die sich viel zu hektisch, zappelig und übertrieben gestikulieren. Es wurde auch versucht, den Charakteren verschiedene Gesichtsausdrücke zu verleihen, was ganz gut funktioniert, aber nicht immer optimal mit dem tatsächlich Gesprochenen harmoniert. Am Anfang jedes Kapitels gibt es ein kurzes Video, das schemenhaft den Hergang des Verbrechens zeigt, dabei aber auch nicht zu viel preisgibt. Die Sprachausgaben im Spiel sind gut und es kommen die Originalstimmen der beiden Hauptdarsteller Michael Naseband und Alexandra Rietz zum Einsatz. Musikalisch bietet das Spiel für jedes Kapitel ein eigenes Musikstück. Zusammen mit den Ambient-Sounds bilden diese Musikstücke eine dezente und stimmige Untermalung.


Gameplay

Gesteuert wird das Spiel aus der 1st-Person-Perspektive mit einer Mischung aus Maus- und Tastatursteuerung, die aber unnötig umständlich und somit suboptimal ist. Mit den Tasten WASD gibt man die Bewegungsrichtung vor, muss aber zugleich durch Drücken der rechten Maustaste und Bewegung der Maus den Blickwinkel steuern. Zum Untersuchen der verschiedenen Schauplätze hat man folgende Funktionen: Beweis aufnehmen, fotografieren und mit der UV-Lampe (Körperflüssigkeiten) untersuchen. Alle Hotspots werden über den Mauszeiger signalisiert und die aufgenommenen Spuren bzw. Gegenstände landen im so genannten Fallbuch, wo sie weiter analysiert werden können. Diese Fallakte gibt zugleich einen Überblick über die besuchbaren Locations, die verfügbaren Zeugen bzw. Verdächtigen und die gesammelten Indizien. Ein eigenes Inventar und daran gebundene Inventar- oder Objekträtsel gibt es leider keine im Spiel. Gut gelungen sind das Tutorial am Anfang des Spieles und die später verfügbare Hilfefunktion, deren Verwendung allerdings Abzüge bei der Bewertung der Fälle zur Folge hat. Die einzelnen Fälle sind in verschiedene Kapitel unterteilt und nach Erledigung jedes Kapitels wird automatisch gespeichert. Abgesehen von einem Absturz zum Desktop hin lief das Spiel technisch absolut einwandfrei.


Zusammenfassung

Bei Spielen zu TV-Serien sollte man die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen und auch für dieses Spiel war dies genau die richtige Haltung. Aus diesem Grund ist „K11 – Kommissare im Einsatz“ keine völlige Enttäuschung, aber natürlich auch keine Überraschung. Der Spieler klickt sich bei praktisch kaum vorhandenem spielerischem Anspruch und einfallslosem Gameplay durch die fünf verschiedenen Fälle, ohne dabei wirklich tief in des Spielgeschehen eintauchen zu können, weil einfach nicht genug Interaktionsmöglichkeiten geboten werden. Auch die Fälle an sich bieten wenig an Spannung und das Spiel ist meilenweit entfernt vom auf der Verpackung angegebenen „Nervenkitzel“. Nach einer Spieldauer von etwa 8 Stunden hat man es dann endlich geschafft und alle Fälle „gelöst“. Hinsichtlich der grafischen Gestaltung und der soundtechnischen Umsetzung ist das Spiel durchaus akzeptabel. Auch die Sprachausgaben sind gut und werden durch die Originalstimmen der Darsteller aus der Serie aufgewertet. Insgesamt aber ist dieses Spiel besonders aus der Sicht eines Adventurespielers bestenfalls als durchwachsen zu bewerten und kann wahrscheinlich nicht einmal die Fans der Fernsehserie restlos begeistern.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Sproing
Publisher SevenOne Intermedia GmbH
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective 1st-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating USK12
Anmerkungen/Remarks keine