Review zu "Darkness Within 2 - Das dunkle Vermächtnis"

Der zweite Teil des Mystery-Adventures “Darkness Within” von den türkischen Entwicklern Zoetrope Interactive trägt dem Untertitel „Das dunkle Vermächtnis“ und soll im Vergleich zum ersten Teil einige Erweiterungen bieten. Inspiriert durch die Werke von H.P. Lovecraft dreht sich die Handlung wieder um den Detektiv Howard Loreid, der diesmal mit seiner eigenen, schrecklichen Vergangenheit konfrontiert wird. Dank neuer 3D-Game-Engine kann man sich nun fast uneingeschränkt an den Locations bewegen. Freigegeben ist das Spiel ab 16 Jahren (USK).

Verpackung, Handbuch und Installation

Darkness Within kommt in einer einfachen DVD-Box, die neben der Spiel-DVD noch ein gedrucktes Handbuch enthält, das auf etwa 17 Seiten ausführlich alle wichtigen Infos zum Spiel vermittelt. Die Installation verlief reibungslos und nach der Eingabe des in der Verpackung eingeklebten Lizenz-Codes wurden ca. 2,28GB an Daten auf die Festplatte übertragen. Eine Internetverbindung ist in Bezug auf den Lizenz-Code übrigens nicht nötig. Die umfangreichen Spieloptionen beinhalten neben den Einstellungen der verschiedenen Lautstärken und der Steuerung auch viele Optionen zur Grafik, darunter beispielsweise Auflösung, Gammakorrektur, Shader, Schatten und diverse andere Effekte (Schmutz, Überstrahlung). Da das Spiel verschiedene Hilfefunktionen bietet, kann beim Start eines neuen Spieles der Schwierigkeitsgrad ausgewählt werden, der diese Hilfefunktionen dann steuert. Man kann beruhigt zunächst auch einen höheren Schwierigkeitsgrad wählen, da man die Optionen ggf. auch nachträglich noch anpassen kann. Die Auswirkung der Schwierigkeitsgrade ist übrigens im Handbuch näher beschrieben.

Story und Rätsel

Der Spieler schlüpft wieder in die Rolle des Detektivs Howard E. Loreid, der sich wohl aufgrund der Geschehnisse im ersten Teil von Darkness Within in einer psychiatrischen Anstalt befindet. Plötzlich taucht eine finstere Gestalt neben seinem Bett auf und verpasst Howard eine Injektion, worauf dieser das Bewusstsein verliert. Völlig benebelt wacht Howard in einer abgelegenen Hütte wieder auf. Sofort beginnt er mit der Suche nach Hinweisen, was mit ihm geschehen ist. Er findet einen Brief, der ihm klar machen soll, dass er zu seinem eigenen Schutz aus der psychiatrischen Anstalt entführt wurde und zwar von keinem Geringeren als Loath Nolder. Weiters gibt der Brief Howard zu verstehen, dass er unverzüglich in die Stadt Arkhamend aufbrechen und dort das Buch „Erinnerung an die Vergangenheit“ ausfindig machen soll. Der Titel des Buches wird Programm, da Howard bei seiner Suche zunehmend mit seiner eigenen, fürchterlichen Vergangenheit und einem damit verwobenen, geheimnisvollen Kult konfrontiert wird. Da die Handlung stark an den ersten Teil anknüpft, empfiehlt es sich, diesen vorher gespielt zu haben. Generell passt die eher durchwachsene Story mehr in den Bereich Mystery und wird der Bezeichnung „furchterregendes Horroradventure“ auf der Verpackung nicht gerecht. Ingesamt schafft es diese Story auch nicht, genügend Tiefgang zu erzeugen und den Spieler wirklich eintauchen zu lassen. Überwiegend ergeben sich die Zusammenhänge aus diversen Dokumenten, die entsprechend aufmerksam gelesen werden müssen. Hauptaufgabe des Spielers dabei ist es, eben diese Dokumente, darin enthaltene Hinweise oder diverse Gegenstände ausfindig zu machen. Komplexere Aufgaben oder Rätsel sind nur gelegentlich vorhanden und der grundsätzliche Schwierigkeitsgrad bewegt sich im Bereich einfach bis teilweise mittelschwer. Nach einer Spieldauer von ca. 10-12 Stunden (ohne Nutzung der Hilfefunktionen) erreicht man dann das Ende der Story, das leider aber Fragen offen lässt.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Dass dieses Spiel trotz der durchwachsenen und wenig spannenden Story trotzdem immer wieder Spannung erzeugen kann, ist in erster Linie der ansprechenden Grafik und noch deutlich mehr dem Sound zuzuschreiben. Die neue 3D-Game-Engine erlaubt es dem Spieler, sich praktisch uneingeschränkt durch die verschiedenen Locations zu bewegen und diese zu erforschen. Die Gestaltung der meist düsteren Schauplätze ist wirklich gut gelungen und wird durch stimmige Effekte wie Licht, Schatten oder Schmutz noch aufgewertet. Leider sind die Charaktere deutlich weniger detailreich gestaltet und animiert. Ein wahres Highlight hingegen sind die atmosphärische Hintergrundmusik und die nahezu perfekt eingesetzten Hintergrundgeräusche und Soundeffekte. Immer wieder schaut man auf, da man ein beängstigendes Geräusch gehört hat oder sich beobachtet fühlt. Die Sprachausgaben im Spiel wurden leider nicht lokalisiert, sondern in der Originalsprache Englisch beibehalten. Allerdings gibt es ohnehin kaum Dialoge und auch sonst gibt es wenig gesprochene Passagen, da alle Gedanken von Howard nur als Text ausgegeben werden. Ein Hinweis auf „englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln“ auf der Verpackung wäre dennoch angebracht gewesen.


Gameplay

Gesteuert wird das Spiel aus der 1st-Person-Perspektive mit einer Mischung aus Maus- und Tastatursteuerung. Die Bewegungen werden über die Tastatur (W,A,S,D) vorgegeben und die Richtung bzw. die Blickrichtung mit der Maus. Zusätzlich kann man über weitere Tasten auch springen oder sich ducken, was meist beim Durchsuchen von Locations hilfreich ist. Weiters gibt es eine Taste zum Aktivieren des Modus zum Laufen, allerdings ist das Resultat bestenfalls ein zügiges Gehen, wodurch man sich insgesamt nur sehr gemächlich durch die Locations bewegen kann. Alle weiteren Eingaben, wie etwa die Interaktion mit Hotspots oder der Umgang mit dem Inventar, erfolgen dann über die Maus. Unnötig umständlich gestaltet sich das Kombinieren von Objekten, da diese erst in einen eigenen Kombinationsbereich gezogen werden müssen und die Ausführung erst nach dem Drücken eines weiteren Buttons stattfindet. Dadurch ist es relativ umständlich, mehrere Kombinationen in Reihe zu probieren. Im Spielverlauf entdeckte Dokumente müssen sorgfältig gelesen und alle wichtigen Informationen darin unterstrichen werden, um wichtige Hinweise für den weiteren Spielverlauf zu erhalten. Diese Dokumenten-Recherche kann jedoch durch die Einstellung eines geringeren Schwierigkeitsgrades auch umgangen werden. Für Einsteiger bietet das Spiel übrigens auch ein ausführliches Tutorial, das interaktiv durch den ersten Abschnitt des Spieles führt.


Durch die Verwendung der PhysX-Technologie ermöglicht das Spiel auch realitätsnahe Interaktion mit der Umgebung, wie dies etwa aus den Penumbra-Spielen bestens bekannt ist. Leider bleibt das Potential dieser tollen Technik, die so viele Möglichkeiten für interessante Rätsel und Aufgaben eröffnen würde, im Spiel praktisch ungenutzt. Obwohl das Spiel grundsätzlich fehlerfrei lief, zeigten sich im Zuge dieses Tests doch zumindest zwei Schwachpunkte. Einmal kann man in eine Vertiefung fallen, aus der man selber nicht mehr herauskommt. Da hilft es nur, sich anhand der Kartenfunktion an einen anderen Ort im Spiel zu begeben und wieder an die Stelle, an der man in die Vertiefung gefallen ist, zurück zu kehren. Ein weiterer Fehler hat weitreichendere Folgen, da er den Spieler in eine Sackgasse führen kann. Nach dem Betreten eines bestimmten Raumes erwartet dass Spiel, dass man weiter in den Raum eindringt, wodurch automatisch die Türe hinter einem zufällt und verschlossen bleibt. Dadurch bleibt nur die Möglichkeit, sich ins Bett zu legen, wodurch eine Traumsequenz startet und das Spiel weitergeht. Wenn man allerdings nicht tiefer in den Raum eindringt, sondern sich entscheidet, das Zimmer gleich wieder zu verlassen, um zuerst die anderen Räume zu untersuchen, gerät man unter Umständen in eine Sackgasse, da sich die Tür trotzdem schließt und man den Raum danach nicht mehr betreten kann, wodurch die Traumsequenz und somit der Fortschritt im Spielverlauf nicht getriggert werden. Auch aus diesem Grund empfiehlt es sich, regelmäßig zu speichern, was durch die komfortable Schnellspeicher-Funktion auch einfach zu bewerkstelligen ist.

Zusammenfassung

Der zweite Teil von Darkness Within ist ein durchschnittliches Adventure, das hauptsächlich 1st-Person-Fans und Anhänger der Werke von H.P. Lovecraft, durch welche dieses Spiel inspiriert wurde, ansprechen sollte. Die auf der Verpackung angegebene Bezeichnung „furchterregendes Horroradventure“ ist allerdings nicht zutreffend. Das Spiel kann eher dem Bereich Mystery oder Grusel zugeschrieben werden. Leider ist die Story insgesamt auch eher durchwachsen und die Akzente in punkto Spannung werden überwiegend durch die gelungene Grafik und den hervorragenden Sound gesetzt. Die neue 3D-Game-Engine ermöglicht zudem ein fast uneingeschränktes Erkunden der Spielwelt und die PhysX-Technologie lädt auch zur realitätsnahen Interaktion mit der Umwelt ein. Schade nur, dass diese Technik nicht gezielter für Rätsel und Aufgaben eingesetzt wurde. Bei einer Spieldauer von ca. 10-12 Stunden (ohne Verwendung der umfangreichen Hilfefunktionen) beschäftigt sich der Spieler zumeist mit dem Erkunden diverser Locations, sowie dem Auffinden von Gegenständen oder Dokumenten und deren genauerer Analyse. Die Sprachausgaben im Spiel wurden leider nicht lokalisiert und somit bekommt der Spieler englische Dialoge mit deutschen Untertiteln präsentiert. Trotz wesentlicher Verbesserungen im technischen Bereich, kann sich das Spiel insgesamt leider nicht vom ersten Teil abheben. Allerdings ist klar das Potential der Entwickler zu erkennen, was in der Zukunft auf höchst interessante Titel hoffen lässt.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Zoetrope Interactive
Publisher Iceberg Interactive
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective 1st-Person
Steuerung/Control Point&Click + Tastatur
Altersfreigabe/Rating USK16
Anmerkungen/Remarks keine