Review zu "The Filmmaker"

Nach den Spielen „Shady Brook“ und „Lifestream“ ist „The Filmmaker“ das neueste Adventure des Independent-Entwicklers Christopher M. Brendel (Unimatrix Productions). Das aus der 1st-Person-Perspektive gesteuerte Spiel versteht sich zwar als Puzzle-Adventure, hat aber eine durchaus interessante und gruselige Story zu bieten. Man befindet sich nachts alleine in einem alten Kino und trifft nach und nach auf die Geister ermordeter Angestellter, deren Tode scheinbar mit verschiedenen Filmen verbunden sind. Um ihre Seelen zu befreien, muss man in die verschiedenen Filme einsteigen und deren Verlauf beeinflussen. Derzeit ist das Spiel nicht in deutscher Sprache erhältlich, darum bezieht sich dieses Review auf die englische Originalversion des Spieles.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einer DVD-Box mit zwei DVDs darin, eine davon ist die Installations-DVD und die andere ist die Spiel-DVD. Gedrucktes Handbuch ist keines enthalten, allerdings finden sich alle wichtigen Infos in einer Hilfedatei. Zusätzlich zum Spiel selber kann man separat jedoch auch eine gedruckte Komplettlösung mit dem Titel „The Official Companion“ bestellen, die auf 52 Seiten mit vielen Bildern sehr genau die Lösung und Hintergründe zu allen Rätseln darstellt. Vor dem Start der Installation von der Installations-DVD muss man auswählen, ob man als Betriebssystem WindowsXP oder Windows7 hat. Abhängig davon werden unterschiedliche Installationsroutinen ausgeführt. Dieser Test bezieht sich auf eine Installation unter WindowsXP. Die Installation von der ersten DVD verlief problemlos. Danach muss die zweite DVD ins Laufwerk gelegt werden, von der das Spiel nach dem Start dann die Spieldaten liest. Um die Performance zu verbessern, kann man die Daten von der zweiten DVD manuell auf die Festplatte kopieren. Eine Anleitung dazu findet sich in der Readme-Datei zum Spiel. Insgesamt nimmt das Spiel dann gut 4GB an Speicherplatz auf der Festplatte ein. Nach dem Start des Spieles und einem kurzen Intro gelangt man direkt in das Hauptmenü. Dort kann man bei Bedarf die Untertitel ein- bzw. ausschalten, weitere Optionen gibt es jedoch nicht.

Story und Rätsel

Eines Tages erhält man ganz überraschend eine Einladung des Carson Stiles Gateway Theaters für die Premiere des Filmes „Primal AtmosFear“, dem neuesten Werk des Filmemachers Claude Ferucil. Die Einladung kommt deshalb unerwartet, da das Carson Stiles Gateway Theater eigentlich schon vor Jahren geschlossen wurde. Ursprünglich wurden in diesem Theater damals Musicals und Bühnenstücke aufgeführt, allerdings stand das Theater immer im Kampf um das finanzielle Überleben. Erst als der schillernde und zugleich sonderbare Filmemacher Claude Ferucil dort seine Filme exklusiv vorzuführen begann, erlebte das Theater einen wahren Ansturm von Besuchern und somit seine finanzielle Blütezeit. Doch dann kam es zu tragischen Zwischenfällen. Unter mysteriösen Umständen wurden die Angestellten des Theaters ermordet und Claude Ferucil verschwand. Unmittelbar danach wurde das Theater geschlossen und für viele Jahre nicht mehr genutzt. Verwunderlich also, dass dieses Theater plötzlich wieder geöffnet sein soll und insbesondere, dass Claude Ferucil wieder ein Erscheinung tritt. Von der Neugier getrieben begibt man sich zum Theater, muss aber feststellen, dass irgendetwas nicht in Ordnung scheint. Man trifft einen anderen Besucher, der wohl auch eine Einladung für die Premiere erhalten hat, aber enttäuscht berichtet, dass das Theater verschlossen sei. Bei der Untersuchung der Eingangstüren bestätigt sich diese Aussage, man findet aber einen geheimen Mechanismus, mit dem sich die Türe öffnen lässt. Richtig beunruhigend wird die Sache aber erst, als sich die Türe hinter einem schließt und man das Theater nicht mehr verlassen kann. Was bleibt einem also anderes übrig, als das Theater zu erforschen und einen Ausgang zu suchen. Ziemlich gruselig, ganz alleine und in der Nacht durch dieses gottverlassene Theater zu wandern. Die Lage spitzt sich zu, als man nach und nach auf die Geister der ermordeten Angestellten trifft, deren Seelen offensichtlich aus irgendeinem Grund noch hier gefangen sind. Die Ermordung jedes Angestellten hat scheinbar jeweils mit einem der Filme von Claude Ferucil zu tun. Um die Seelen der Angestellten zu befreien, muss man sich die jeden dieser Filme eintauchen und dessen Verlauf beeinflussen. Bleibt die Frage, was damals wirklich im Carson Stiles Gateway Theater geschah und welche Rolle Claude Ferucil dabei spielte …

Obwohl sich das Spiel klar als Rätsel-Adventure versteht, verfügt es über eine originelle und spannende Story, die den Spieler immer wieder motiviert, die Aufgaben zu lösen. Neben der Erkundung des alten Carson Stiles Gateway Theater begibt man sich dabei auch in verschiedene Filme mit völlig unterschiedlichen Settings, was für viel Abwechslung sorgt. Die Rätsel und Aufgaben im Spiel sind durchaus anspruchsvoll und umfassen fast das komplette Paket: Inventar- und Objekträtsel, Logikrätsel, Kombinationsrätsel, mathematische Aufgaben, Texträtsel, alles bunt gemischt. Um die Story und insbesondere alle Rätsel verstehen zu können, sollte man schon über halbwegs gute Englischkenntnisse verfügen. Insgesamt bietet das Spiel über eine Spieldauer von etwa 12-15 Stunden eine durchaus originelle und spannende Story mit abwechslungsreichen Settings und anspruchsvollen Rätseln.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Hinsichtlich der Grafik ist das Spiel nicht unbedingt überragend, aber trotzdem auf seine Weise ansprechend. Besonders die Abwechslung durch die verschiedenen Settings in den Filmen hat ihren Reiz. In manchen der Filme wird ein spezieller Effekt eingesetzt, der die Filme wirklich wie alte Kinofilme wirken lässt, was der Atmosphäre sehr zuträglich ist. Beim Erkunden der verschiedenen Locations bewegt man sich Standbild zu Standbild. Aufgelockert wird der Spielverlauf jedoch durch mehrere kleine Videosequenzen. Als Untermalung bietet das Spiel abwechslungsreiche und dezente Hintergrundmusik, die ausgesprochen gut zu den jeweiligen Settings passt. Alle Dialoge haben vollständige Sprachausgabe (englisch) von einwandfreier Qualität und sind gut verständlich gesprochen. Zusätzlich hat man bei Bedarf aber auch noch die ebenfalls englischen Untertitel zum Mitlesen.


Gameplay

Gesteuert wird das Spiel durchgehend aus der 1st-Person-Perspektive mit einer reinen Maussteuerung, die sehr einfach und komfortabel ist. Lediglich zur Eingabe der Lösung von Texträtseln kommt die Tastatur zum Einsatz. Das Inventar befindet sich am oberen Bildschirmrand und jedes Objekt kann in 3D-Ansicht näher betrachtet werden. Manche Objekte können bzw. müssen in dieser Sicht übrigens auch manipuliert werden. Objekte können innerhalb des Inventars, aber auch mit entsprechenden Hotspots kombiniert werden. Wird an einem Hotspot ein Objekt benötigt, kann man dies am Aussehen des Mauszeigers erkennen. Gelegentlich gibt es Dialoge im Spiel, bei denen man aber nur der Reihe nach bestimmte Fragen stellen kann. Falls man im Spiel mal nicht weiter kommt, kann man einen Wahrsage-Automaten befragen, der dann wichtige Hinweise erteilt. Für jeden Hinweis muss man aber zunächst eine Aufgabe, ähnlich einem Hütchenspiel, lösen. Sobald man aber den Dreh dieses Spieles heraus hat, kann man sich beliebig Hinweise beim Automaten abholen. Da man im Spielverlauf durch unüberlegte Aktionen auch sterben kann, sollte man regelmäßig den Spielstand abspeichern, da das Spiel nicht automatisch speichert. Insgesamt ist das Gameplay sehr angenehm und intuitiv. Auch in technischer Hinsicht machte das Spiel keinerlei Schwierigkeiten.


Zusammenfassung

Obwohl sich das Spiel als Rätsel-Adventure versteht, verfügt es über eine originelle und spannende Story, die den Spieler immer wieder motiviert, die anstehenden Rätsel und Aufgaben zu lösen. Nachts alleine durch das verlassene Carson Stiles Gateway Theater zu wandeln, dort auf die Geister der ermordeten Angestellten zu treffen und sich dazu noch in verschiedene Filme zu versetzen hat einen ganz besonderen Reiz. Die Aufgaben und Rätsel im Spiel sind zudem durchaus anspruchsvoll und decken viele verschiedene Rätseltypen ab. Um die Story und insbesondere die Rätsel auch gut verstehen zu können, sollte man unbedingt über halbwegs gute Englischkenntnisse verfügen. Grafisch ist das Spiel nicht unbedingt überragend, aber auf seine Weise trotzdem ansprechend, besonders durch die verschiedenen Settings in den Filmen, in die man einsteigt. Untermalt wird das Spiel von dezenter, aber stimmiger Hintergrundmusik. Die englischen Sprachausgaben sind von guter Qualität und schön zu verstehen. Zusätzlich verfügt das Spiel auch über englische Untertitel. Gesteuert wird das Adventure aus der 1st-Person-Perspektive und man sollte regelmäßig abspeichern, da man bei unüberlegten Aktionen im Spiel auch sterben kann. Technisch lief das Spiel absolut einwandfrei und bot über eine Spieldauer von ca. 12-15 Stunden anspruchsvolle Unterhaltung. Es gibt übrigens auch viele „Easter Eggs“ im Spiel zu entdecken.

English Summary

Even though „The Filmmaker“ was introduced as puzzle adventure game, it still provides an original and quite interesting story, which motivates the player to proceed solving the upcoming tasks and puzzles. Wandering around in an old theater during night with seemingly nobody there, suddenly encountering the ghosts of the murdered employees and finally jumping into several different movies is quite an experience. The tasks and puzzles are not too easy and there are many types of puzzles to be solved in that game. In terms of graphics this adventure surely is not outstanding; however, the design is nicely done and appealing, especially considering the variety of settings in the different movies to be explored. The game atmosphere is well supported by the background music and features full voice-overs in good quality. Further there also are English subtitles available, to be activated in the main menu. The game is controlled from first person view using a convenient point&click mouse interface. It is highly recommended to frequently save the game, as one might face several game over’s after wrong actions. Technically the game was working perfectly fine (tested with WindowsXP) and provided an appealing and interesting gaming experience. It takes about 12-15 hours to complete the game and there are several Easter Eggs to be discovered.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Unimatrix Productions
Game Homepage
Unimatrix Productions
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective 1st-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating keine Angabe
Anmerkungen/Remarks derzeit nur in Englisch erhältlich