Review zu "Kaptain Brawe – A Brawe New World"

Mit „Kaptain Brawe“ liefert der Publisher und Entwickler Cateia Games aus Kroatien nach „The Legend of Crystal Valley“ und „Hotel“ das nächste Point&Click-Adventure ab. Verantwortlich für die Gestaltung war Petar Ivancek und technisch umgesetzt wurde das Spiel auf der hauseigenen Cateia Adventure Game Engine (CAGE), mittels der die Spiele auch für diverse mobile Geräte veröffentlicht werden können. Dieser Test bezieht sich auf die PC-Version des Spieles, das ganz im Comic-Stil ein humorvolles Science-Fiction-Abenteuer erzählt.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel ist als Download mit einem Umfang von etwa 150MB erhältlich und konnte problemlos installiert werden. Da die Spielanleitung und ein kleines Tutorial direkt in das Spiel integriert sind, gibt es keine separate Datei dafür. Im Hauptmenü des Spieles können diverse Spieloptionen eingestellt werden, darunter verschiedene Lautstärken (Musik, Effekte), die Textgeschwindigkeit und der Vollbildmodus. Die Textgeschwindigkeit ist relevant, da das Spiel leider kein Sprachausgaben hat. Die Einstellung „Infinite“ war sehr angenehm, da man so alle Textzeilen mit einem Mausklick bestätigen muss und somit alles in Ruhe lesen kann. Beim Start eines neuen Spieles hat man die Auswahl „Casual“ oder „Hardcore“, was sich auf den Schwierigkeitsgrad, insbesondere den Zugriff auf die integrierte Hinweisfunktion, bezieht. Für Spieler mit Adventureerfahrung empfiehlt sich auf jeden Fall die Einstellung „Hardcore“, da der Schwierigkeitsgrad des Spieles ohnehin nicht übermäßig hoch ist. Am Anfang des Spieles kann man optional ein kleines Tutorial spielen, in dem kompakt alle wichtigen Steuerungsfunktionen vermittelt werden.

Story und Rätsel

In Kaptain Brawe werden die Abenteuer des gleichnamigen Helden erzählt. Als Mitglied der Weltraum-Polizei durchkreuzt er mit seinem Raumschiff „S.P.S. Mazslow“ den Weltraum, zumeist auf der Jagd nach Weltraum-Piraten. Mit den Vorschriften nimmt er es allerdings nicht so genau und etwas Kollateralschaden geht immer mit seinen Einsätzen einher. Sein aktueller Auftrag ist es, den Absturz eines Raumschiffes auf dem Planeten Jama Spacea zu prüfen und die Absturzstelle zu finden. Nach der Überwindung einiger Hindernisse findet er diese auch, trifft dort aber auf zwei sonderbare kleine Aliens, die sich als Wissenschaftler vorstellen und offenbar auf der Flucht vor einem Bösewicht sind. Kaptain Brawe beschließt ihnen zu helfen und stolpert dadurch in ein unglaubliches Abenteuer, das ihn und seine neuen Freunde noch auf mehrere andere Planeten führen soll …

Die humorvolle, locker erzählte und wendungsreiche Science-Fiction-Story im Comic-Stil bietet mit ihren schrägen Charakteren sehr gute Unterhaltung. Zahlreiche Rätsel, die stimmig und gut in die Story eingebettet sind, halten den Spieler permanent auf Trab. Schwerpunkte bilden Objekt- und Inventarrätsel, es sind aber durchaus auch andere Rätselarten anzutreffen. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich im mittleren bis einfachen Bereich und man darf ruhig mal um die Ecke denken, da in einem Comic-Adventure nicht unbedingt immer physikalische Gesetze gelten müssen. Abgesehen von einem spielrelevanten Hotspot, der wirklich etwas gemein platziert und schwer auszumachen ist, sollte man aber keine wirklichen Hänger erwarten. Besonders gut gefallen auch die Spielabschnitte, bei denen man abwechselnd bis zu 3 Charaktere spielen kann, um gemeinsam die Herausforderungen zu meistern. Sofern man das Spiel im „Hardcore“-Modus spielt und nicht permanent die Hotspot-Anzeige nutzt, darf man eine Spieldauer von etwa 5-6 Stunden erwarten.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Die abwechslungsreichen und farbenfrohen Hintergrundgrafiken ganz im Comic-Stil gefallen sehr gut, was auch die nachfolgenden Screenshots belegen. Das Abenteuer spielt sich auf insgesamt vier verschiedenen Planeten und natürlich dem Raumschiff S.P.S. Mazslow ab, was für bunt gemischte Locations sorgt. Auch die 2D-Charaktere sind ansprechend gestaltet, schön animiert und fügen sich sehr gut in die einzelnen Locations ein. Soundtechnisch bietet das Spiel umfangreiche Hintergrundmusik und Ambient-Sounds, welche die einzelnen Locations stimmig untermalen. Leider bietet das Spiel jedoch keinerlei Sprachausgaben, was sehr schade ist, da man über die Stimmen bzw. witzige Dialekte oder Aussprachen den Humor noch deutlich stärker hätte ausprägen können. Beispielsweise bei den Wissenschaftler-Aliens, bei denen sich immer wieder deutschsprachige Begriffe in deren Aussagen mischen, wie man in den englischen Textausgaben erkennen kann. Zum Zeitpunkt dieses Reviews ist das Adventure noch nicht in deutscher Sprache erhältlich, es bleibt aber zu hoffen, dass sich noch ein Publisher dafür findet, der dem Spiel dann auch gleich gute Sprachausgaben spendiert.


Gameplay

Kaptain Brawe ist in jeder Hinsicht ein klassisches Point&Click-Adventure und entsprechend gestaltet sich auch das Interface. Gesteuert werden die Charaktere aus der 3rd-Person-Perspektive und in manchen Spielabschnitten kann man frei zwischen 2 bzw. später sogar 3 Charakteren umschalten. Beim Anklicken von Hotspots zeigen sich entsprechende Buttons für die verschiedenen verfügbaren Interaktionsmöglichkeiten (betrachten, aufnehmen/betätigen, sprechen). Zum vereinfachten Aufspüren der Hotspots ist natürlich auch eine Hotspot-Taste verfügbar, was sich bei permanentem Gebrauch natürlich aber verkürzend auf die Spieldauer auswirkt. Das Inventar wird über die rechte Maustaste oder das entsprechende Icon geöffnet, wo aufgenommene Gegenstände näher untersucht oder auch direkt kombiniert werden können. Abgesehen vom direkt integrierten Manual bietet das Spiel am Anfang auch ein kleines Tutorial, über welches in kompakter Form alle wichtigen Steuerungsfunktionen vermittelt werden. Die aktuellen Aufgaben werden automatisch in einem kleinen Logbuch festgehalten, in das man einen Blick werfen kann, falls man mal den Faden verloren hat. Sofern man das Adventure im „Casual“-Modus spielt, kann man sich zu den einzelnen Aufgaben auch noch mehrere Hinweise geben lassen. Das Speichern bzw. Laden ist sehr komfortabel gestaltet und erfolgt über wenige Klicks. Abgesehen von einem Komplettabsturz funktionierte das Spiel technisch einwandfrei.


Zusammenfassung

Kaptain Brawe ist ein humorvolles, locker erzähltes und wendungsreiches Science-Fiction-Abenteuer ganz im Comic-Stil, das über eine Spieldauer von etwa 5-6 Stunden (ohne Nutzung der integrierten Hilfefunktionen) sehr gute Unterhaltung bietet. Zahlreiche gut integrierte und stimmige Rätsel beschäftigen den Spieler permanent. Der Schwierigkeitsgrad dabei liegt im mittelschweren bis einfachen Bereich. Gesteuert werden die Charaktere aus der 3rd-Person-Perspektive mit einem klassischen Point&Click-Interface, wobei in manchen Spielabschnitten abwechselnd bis zu 3 Charaktere gespielt werden können. Grafisch präsentiert sich das Adventure mit detailreich gestalteten und farbenfrohen Hintergrundgrafiken, auf denen sich ansprechend animierte Charaktere bewegen. Auch soundtechnisch kann das Spiel mit abwechslungsreicher und stimmiger Hintergrundmusik überzeugen. Leider aber hat das Spiel keinerlei Sprachausgaben, was sehr schade ist, da man über die Stimmen und Aussprachen der Charaktere den Humor noch viel stärker hätte ausprägen können. Bleibt zu hoffen, dass sich bald noch ein Publisher findet, der dem Spiel gute Sprachausgaben spendiert und es im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. Abgesehen von einem einzigen Absturz lief das Spiel technisch einwandfrei. Getestet wurde die englischsprachige Download-Version des Spieles.

English Summary

Kaptain Brawe is a humorous science fiction adventure game with several story twists. Without using the integrated hint system and hotspot key it takes about 5-6 hours to complete the game. Many well integrated puzzles and tasks with a medium to low level of difficulty keep the player permanently busy. The comic-style adventure game is controlled from 3rd person view, using a classic point&click interface. During some chapters of the game the player can play up to three characters, freely switching between them. In terms of graphics the game presents itself with detailed and colourful backgrounds. Also the funny 2D characters are nicely designed and well animated. In the sound department the game fully convinces with harmonious ambient sounds and many musical themes with broad variety. Unfortunately the game has no voice-overs, which truly is a pity, as funny voice acting and strange pronunciations of the characters sure would have a major positive impact on the humour of the game. Hopefully voice-overs will be added when localizing the game for the German language release. Well, assuming that there will be a German language release. Except of one complete crash there were no technical issues with the game.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Cateia Games
Publisher Cateia Games / Game Homepage
Plattform/Platform PC (DOWNLOAD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating keine Angabe
Anmerkungen/Remarks derzeit nur in Englisch erhältlich