Review zu "Darkness Within – In Pursuit of Loath Nolder"

Mit dem Titel „Darkness Within“ präsentieren die türkischen Entwickler Zoetrope Interactive ihr erstes Adventure rund um den mysteriösen Privatdetektiv Loath Nolder. Es handelt sich laut Verpackung dabei um ein schauriges Horrorabenteuer in Anlehnung an die Werke von H.P. Lovecraft, umgesetzt als 1st-Person-Adventure mit Point&Click-Steuerung und 360°-Rundumsicht. Der Schwierigkeitsgrad des Titels lässt sich in drei Stufen einstellen und abhängig davon werden die Hilfestellungen im Spiel gesteuert. Freigegeben ist das gruselige Adventure ab 16 Jahren (USK).

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einer einfachen DVD-Box, welche neben den 2 Spiel-CDs noch ein kleines Handbuch enthält. Dieses ist komplett und schwarz/weiß gehalten und beschreibt auf etwa 22 Seiten sehr ausführlich alle benötigten Informationen zum Spiel, wobei man insbesondere die Infos zum Gameplay aufmerksam lesen sollte, da das Spiel in diesem Zusammenhang kleine Besonderheiten aufweist. Die empfohlenen Systemvoraussetzungen liegen bei 1,4GHz @ 512MB RAM und einer 128MB Grafikkarte, die kompatibel mit DirectX 9.0c sein und einen Pixel/Vertex Shader 2.0 unterstützen sollte. Als Minimalanforderung ist ein Rechner mit 1,0GHz @ 256MB RAM und ebenfalls einer 128MB Grafikkarte angegeben. Die Installation des Spieles verlief problemlos und so wurden ca. 1GB an Daten auf die Festplatte übertragen. Beim Start des Spieles und auch im weiteren Spielverlauf wird nicht mehr auf die CD im Laufwerk zugegriffen. Die Optionen bieten umfangreiche Einstellmöglichkeiten, darunter diverse Lautstärken, die Steuerung, Grafikdetails und erweiterte Grafik-Effekte. Besonders hervorzuheben ist die automatische Konfiguration der Grafik. Wenn man diese Funktion anwählt, startet das Spiel einen kurzen Performance-Test und sucht sich automatisch die optimale Einstellung für die Grafik, abhängig vom verfügbaren System. Zusätzlich gibt es noch ein eigenes Optionsmenü zur Einstellung des Schwierigkeitsgrades. Beim Start eines neuen Spieles kann man den grundsätzlichen Schwierigkeitsgrad in den Stufen „Standard“, „Detective“ und „Senior Detective“ auswählen. Später kann der Schwierigkeitsgrad aber jederzeit auch individuell angepasst werden, auch noch im Spielverlauf.

Story und Rätsel

Loath Nolder war ein erfolgreicher Privatdetektiv, der während seines letzten Falles, dem Mord an dem Okkultisten Clark Field, unter mysteriösen Umständen ganz plötzlich einfach untertauchte und dann viele Jahre im Ausland verbrachte. Über seine Reisen durch Afrika und Ozeanien existieren viele Gerüchte, dass er beispielsweise bei Kannibalen lebte oder von Schamanen und Zauberern lernte. Nach seiner Rückkehr war er nicht mehr der Gleiche, nahm mit niemandem Kontakt auf und widmete sich nur mehr seinen Ermittlungen. Da er dabei jedoch mehrmals in Konflikt mit dem Gesetz kam, wurde er bald auch eines Mordes verdächtigt und musste erneut untertauchen. Allerdings wurde er schon kurz darauf gefunden, jedoch bewusstlos und in einem rätselhaften Gesundheitszustand. Darum wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert, aus dem ihm allerdings schon nach kurzer Zeit wieder die Flucht gelang. Als Spieler schlüpft man nun in die Rolle des Police Detective Howard E. Loreid, der Loath Nolder ausfindig machen und in Bezug auf den Mordverdacht ermitteln soll. Dabei taucht Howard anscheinend immer tiefer in die finstere Wahrheit rund um Loath Nolder ein, wobei die Grenze zwischen Realität, Träumen und dem reinen Wahnsinn zunehmend verschwimmt. Gespielt werden dabei die Ermittlungsarbeiten aber auch die bösen Alpträume, die Howard immer wieder heimsuchen und immer abartiger werden. Die Handlung ist grundsätzlich sehr spannend und die Atmosphäre wird insbesondere durch die düstere Grafik und die gruseligen Soundeffekte unterstützt. Leider wird durch Schwächen im Gameplay bzw. Rätseldesign der flüssige Transport der Geschichte etwas gebremst und somit verliert sich die Spannung immer wieder, um dann jedoch erneut aufgebaut zu werden. Die Story ist so insgesamt gesehen auch bis zum Ende spannend, nur der Abschluss der Geschichte ist leider nicht wirklich zufriedenstellend und lässt einiges offen. Das Spiel bietet abwechslungsreiche Rätsel, die allerdings nicht immer optimal in den Spielverlauf eingebettet sind. Oftmals ist nicht klar, ob und wie ein Rätsel angepackt werden soll. Dies bringt leider die Handlung und somit die Spannung immer wieder ins Stocken, was letztendlich auch etwas der Atmosphäre schadet. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel liegt im Bereich mittelschwer, wobei es wohl besser gewesen wäre, sich zugunsten der Story und Spannung bei den Rätseln etwas einzuschränken bzw. diese besser einzubetten. Die meisten Hinweise zu den Rätseln ergeben sich aus den vielen Dokumenten, die man im Spielverlauf findet und aufmerksam durchlesen sollte. In diesem Zusammenhang sei auch kurz erwähnt, dass die vielen Dokumente sowie das Spiel im Allgemeinen einwandfrei lokalisiert wurden. Die einzelnen Hinweise in den Dokumenten können mittels einer eigenen Funktion unterstrichen werden, um sie dann zu neuen Informationen zu kombinieren.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Das Spiel besticht mit toller und detailreicher Grafik, welche die düstere und gruselige Atmosphäre dieses Adventures absolut prägt. Wie für 1st-Person-Adventures typisch, bewegt man sich in Sprüngen, wobei man an jedem Punkt dann eine 360°-Rundumsicht hat. Sowohl der Bildübergang bei den Sprüngen als auch die Drehbewegungen sind sehr weich und angenehm zu betrachten. Kleine Animationen (z.B. Kakerlaken oder Motten) lockern gelegentlich die Locations etwas auf, die ansonsten in dieser Hinsicht insgesamt eher leblos wirken, was durchaus aber auch in den Rahmen der Handlung passt. Gelegentlich gibt es kleine Zwischensequenzen, die ganz nett gemacht sind, qualitativ aber auch nicht herausragen. Wesentlich besser sind da diverse eingebaute Grafikeffekte, wie etwa der Lichteinfall, Staubpartikel oder Linseneffekte. Einfach toll anzusehen. In gewissen Situationen, beispielsweise in angsterregenden Momenten verschwimmt das Bild oder Howard blickt nervös um sich. Während den Alpträumen kommt noch gewisses Rauschen des Bildes, ähnlich wie bei alten Horrorfilmen, hinzu. Dialoge gibt es im Spiel nur wenige, dafür aber beeindruckend gruselige Hintergrundgeräusche und auch sehr passende Musik. Eigentlich kein wirklicher Soundtrack, eher viele Fragmente von Melodien und Tönen. Aber weniger ist mehr, und so wird an manchen Stellen einfach auch nur absolute Stille sehr passend eingesetzt. Insgesamt sind sowohl die Grafik als auch der Sound ausgesprochen gut gelungen und tragen ganz wesentlich zur düsteren Atmosphäre im Spiel bei.


Gameplay

Gesteuert wir das Spiel aus der 1st-Person-Perspektive mit einer reinen Point&Click-Steuerung. Die Drehbewegung und auch die Mausempfindlichkeit dabei sind in den Optionen individuell einstellbar. Leider kommen zu den üblichen Funktionen im Gameplay noch spezielle Features hinzu, die das Handling insgesamt doch unnötig umständlich gestalten. Beispielsweise können Inventarobjekte nicht direkt kombiniert werden, sondern müssen erst in einen eigenen Bereich „Howards Hirn“ gezogen werden, damit Howard erst darüber nachdenken kann, bevor er die Gegenstände zusammenfügt. Neben allen Objekten wandern auch gesammelte Informationen in einen eigenen Bereich im Inventar. Auch diese Informationen können über das Hirn dann kombiniert werden, um neue Hinweise zu erhalten. In diesem Zusammenhang ist auch ein Fehler im Spiel zu erwähnen, durch den man Objekte aus dem Inventar einfach verlieren kann, was im weiteren Spielverlauf natürlich problematisch ist. Konkret passiert der Fehler dann, wenn man Gegenstände in Howards Hirn platziert und dann eine Information oder einen Gedanken darüberlegt. Dann ist das Objekt nämlich einfach verschwunden und es muss ein alter Spielstand geladen werden, was natürlich ärgerlich ist. Ein weiteres Beispiel für eine Gameplay-Schwäche: An einer bestimmten Stelle im Spiel muss anhand eines Fotos festgestellt werden, dass in einem bestimmten Raum etwas verändert wurde. Gleich beim Durchsuchen des besagten Raumes wird dies dem Spieler auch klar, aber es ist gar nicht so einfach, das Spiel davon zu „überzeugen“, dass man den Unterschied zwischen dem Foto und dem Raum schon erkannt hat. Mehr sei hier aber zur Lösung dieses „Rätsels“ aber nicht verraten. Positiv zu erwähnen ist das integrierte Tutorial, welches dem Spieler in den ersten Minuten etwas Hilfestellung leistet, allerdings an der eben erwähnten Stelle leider keine Hinweise zum etwas umständlichen Gameplay bietet. Abhängig vom eingestellten Schwierigkeitsgrad gibt das Spiel gelegentlich auch automatisch Hinweise, wenn man an einer Stelle festhängt. Diese Hinweise können bei Bedarf dann über Howards Hirn eingesehen werden. An ein paar Stellen im Spiel kann man durch falsche Aktionen scheitern, allerdings darf man unmittelbar vor der falschen Aktion gleich weiterspielen. Insgesamt bietet das Adventure mit etwas Erfahrung eine Spieldauer von etwa 12-16 Stunden, wobei diese Spieldauer natürlich auch stark von der Verwendung der Hilfestellungen im Spiel abhängt. Ganz am Ende des Spieles bekommt der Spieler noch eine Auswertung über gefundene Hinweise, Geheimnisse und Eastereggs, von denen es offensichtlich einige im Spiel zu entdecken gibt.


Zusammenfassung

Darkness Within besticht als 1st-Person-Adventure ganz besonders durch die düstere und gruselige Atmosphäre, welche sowohl durch die grafische Gestaltung als auch durch die beeindruckenden Sounds geschaffen wird. Die Story, inspiriert von den Werken von H.P. Lovecraft, ist soweit in Ordnung, allerdings wirkt das Ende nicht sonderlich zufriedenstellend. Da oftmals nicht eindeutig klar ist, ob und wie ein Rätsel angepackt werden soll, kommt es gelegentlich zu längeren Hängern, in denen sich auch die aufgebaute Spannung im Spiel wieder etwas verliert. Die Rätsel ansich sind ansonsten aber immer logisch und liegen im Bereich mittelschwer. Das Gameplay ist leider nicht optimal, da viele Aktionen für den Spieler einfach umständlich durchzuführen sind. Dazu kommt ein schwerer Fehler, durch den man Gegenstände aus dem Inventar einfach verlieren kann, was im späteren Spielverlauf natürlich zu Problemen führt. Das Spiel bietet ein integriertes Tutorial und diverse Hilfestellungen, die abhängig von einem der drei eingestellten Schwierigkeitsgrade den Spieler unterstützen sollen. Die Spieldauer hängt natürlich sehr stark vom eingestellten Schwierigkeitsgrad ab und liegt bei etwa 12-16 Stunden. Allen Fans von gruseligen 1st-Person-Adventures ist dieser Titel trotz kleiner Schwächen wärmstens zu empfehlen. Wer jedoch eine grundsätzliche Abneigung gegenüber der 1st-Person-Perspektive hat oder gruselig-düstere Settings überhaupt nicht mag, sollte lieber seine Finger von diesem Adventure lassen.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Zoetrope Interactive
Publisher Iceberg Interactive
Plattform/Platform PC (2 CDs)
Perspektive/Perspective 1st-Person
Steuerung/Control Point&Click + Tastatur
Altersfreigabe/Rating USK16
Anmerkungen/Remarks keine