Review zu "Kaptain Brawe – A Brawe New World" (lokalisiert)

Mit „Kaptain Brawe“ liefern Cateia Games aus Kroatien nach „The Legend of Crystal Valley“ und „Hotel“ das nächste Point&Click-Adventure ab. Verantwortlich für die Gestaltung war Petar Ivancek und technisch umgesetzt wurde das Spiel auf der hauseigenen Cateia Adventure Game Engine (CAGE), mittels der die Spiele auch für diverse mobile Geräte veröffentlicht werden können. Dieser Test bezieht sich auf die inzwischen für den deutschsprachigen Raum voll lokalisierte PC-Version des Spieles, das ganz im Comic-Stil ein humorvolles Science-Fiction-Abenteuer erzählt.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt auf einer CD, die sich in einer DVD-Box befindet, die wiederum in einem Karton mit Klappdeckel verpackt ist. Das enthaltene Handbuch vermittelt auf etwa 22 Seiten ausführlich alle wichtigen Informationen zum Spiel. Die Installation verlief problemlos und es wurden ca. 200MB an Daten auf die Festplatte übertragen. Beim Start des Spieles wird kurz die CD im Laufwerk überprüft. Im Hauptmenü des Spieles können diverse Spieloptionen eingestellt werden, darunter verschiedene Lautstärken, optionale Untertitel, das Bildformat und der Vollbildmodus. Beim Start eines neuen Spieles hat man die Auswahl zwischen „Gemütliche Weltraum-Kreuzfahrt“ oder „Stürmischer Raketen-Ritt“, was sich auf den Schwierigkeitsgrad, insbesondere den Zugriff auf die integrierte Hinweisfunktion, bezieht. Für Spieler mit Adventureerfahrung empfiehlt sich auf jeden Fall die Einstellung „Stürmischer Raketen-Ritt“, da der Schwierigkeitsgrad des Spieles ohnehin nicht übermäßig hoch ist. Am Anfang des Spieles kann man optional ein kleines Tutorial spielen, in dem kompakt alle wichtigen Steuerungsfunktionen vermittelt werden.

Story und Rätsel

In Kaptain Brawe werden die Abenteuer des gleichnamigen Helden erzählt. Als Mitglied der Weltraum-Polizei durchkreuzt er mit seinem Raumschiff „S.P.S. Mazslow“ den Weltraum, zumeist auf der Jagd nach Weltraum-Piraten. Mit den Vorschriften nimmt er es allerdings nicht so genau und etwas Kollateralschaden geht immer mit seinen Einsätzen einher. Sein aktueller Auftrag ist es, den Absturz eines Raumschiffes auf dem Planeten Jama Spacea zu prüfen und die Absturzstelle zu finden. Nach der Überwindung einiger Hindernisse findet er diese auch, trifft dort aber auf zwei sonderbare kleine Aliens, die sich als Wissenschaftler vorstellen und offenbar auf der Flucht vor einem Bösewicht sind. Kaptain Brawe beschließt ihnen zu helfen und stolpert dadurch in ein unglaubliches Abenteuer, das ihn und seine neuen Freunde noch auf mehrere andere Planeten führen soll …

Die humorvolle, locker erzählte und wendungsreiche Science-Fiction-Story im Comic-Stil bietet mit ihren schrägen Charakteren sehr gute Unterhaltung. Zahlreiche Rätsel, die stimmig und gut in die Story eingebettet sind, halten den Spieler permanent auf Trab. Schwerpunkte bilden Objekt- und Inventarrätsel, es sind aber durchaus auch andere Rätselarten anzutreffen. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich im mittleren bis einfachen Bereich und man darf ruhig mal um die Ecke denken, da in einem Comic-Adventure nicht unbedingt immer physikalische Gesetze gelten müssen. Abgesehen von einem spielrelevanten Hotspot, der wirklich etwas gemein platziert und schwer auszumachen ist, sollte man aber keine wirklichen Hänger erwarten. Besonders gut gefallen auch die Spielabschnitte, bei denen man abwechselnd bis zu 3 Charaktere spielen kann, um gemeinsam die Herausforderungen zu meistern. Sofern man das Spiel im „Stürmischer Raketen-Ritt“-Modus spielt und nicht permanent die Hotspot-Anzeige nutzt, darf man eine Spieldauer von etwa 5-6 Stunden erwarten.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Die abwechslungsreichen und farbenfrohen Hintergrundgrafiken ganz im Comic-Stil gefallen sehr gut, was auch die nachfolgenden Screenshots belegen. Das Abenteuer spielt sich auf insgesamt vier verschiedenen Planeten und natürlich dem Raumschiff S.P.S. Mazslow ab, was für bunt gemischte Locations sorgt. Auch die 2D-Charaktere sind ansprechend gestaltet, schön animiert und fügen sich sehr gut in die einzelnen Locations ein. Soundtechnisch bietet das Spiel umfangreiche Hintergrundmusik und Ambient-Sounds, welche die einzelnen Locations stimmig untermalen. Im Gegensatz zur englischen Originalversion bietet die für den deutschsprachigen Raum lokalisierte Version auch eine durchgehende Sprachausgabe, die das Spiel deutlich aufwertet. Durch einen witzigen Dialekt oder Sprachfehler, wie beispielsweise bei einem der beiden Wissenschaftler-Aliens oder einem der Bösewichte, oder die falsch gesprochenen Wörter von Kaptain Brawe selber wird der Humor noch etwas unterstrichen.


Gameplay

Kaptain Brawe ist in jeder Hinsicht ein klassisches Point&Click-Adventure und entsprechend gestaltet sich auch das Interface. Gesteuert werden die Charaktere aus der 3rd-Person-Perspektive und in manchen Spielabschnitten kann man frei zwischen 2 bzw. später sogar 3 Charakteren umschalten. Beim Anklicken von Hotspots zeigen sich entsprechende Buttons für die verschiedenen verfügbaren Interaktionsmöglichkeiten (betrachten, aufnehmen/betätigen, sprechen). Zum vereinfachten Aufspüren der Hotspots ist natürlich auch eine Hotspot-Taste verfügbar, was sich bei permanentem Gebrauch natürlich aber verkürzend auf die Spieldauer auswirkt. Das Inventar wird über die rechte Maustaste oder das entsprechende Icon geöffnet, wo aufgenommene Gegenstände näher untersucht oder auch direkt kombiniert werden können. Abgesehen vom direkt integrierten Manual bietet das Spiel am Anfang auch ein kleines Tutorial, über welches in kompakter Form alle wichtigen Steuerungsfunktionen vermittelt werden. Die aktuellen Aufgaben werden automatisch in einem kleinen Logbuch festgehalten, in das man einen Blick werfen kann, falls man mal den Faden verloren hat. Sofern man das Adventure im „Gemütliche Weltraum-Kreuzfahrt“-Modus spielt, kann man sich zu den einzelnen Aufgaben auch noch mehrere Hinweise geben lassen. Das Speichern bzw. Laden ist sehr komfortabel gestaltet und erfolgt über wenige Klicks. Abgesehen von zwei Komplettabstürzen funktionierte das Spiel technisch einwandfrei.


Zusammenfassung

Kaptain Brawe ist ein humorvolles, locker erzähltes und wendungsreiches Science-Fiction-Abenteuer ganz im Comic-Stil, das über eine Spieldauer von etwa 5-6 Stunden (ohne Nutzung der integrierten Hilfefunktionen) sehr gute Unterhaltung bietet. Zahlreiche gut integrierte und stimmige Rätsel beschäftigen den Spieler permanent. Der Schwierigkeitsgrad dabei liegt im mittelschweren bis einfachen Bereich. Gesteuert werden die Charaktere aus der 3rd-Person-Perspektive mit einem klassischen Point&Click-Interface, wobei in manchen Spielabschnitten abwechselnd bis zu 3 Charaktere gespielt werden können. Grafisch präsentiert sich das Adventure mit detailreich gestalteten und farbenfrohen Hintergrundgrafiken, auf denen sich ansprechend animierte Charaktere bewegen. Auch soundtechnisch kann das Spiel mit abwechslungsreicher und stimmiger Hintergrundmusik überzeugen. Im Gegensatz zur englischen Originalversion bietet die für den deutschsprachigen Raum lokalisierte Version auch eine durchgehende Sprachausgabe, die das Spiel deutlich aufwertet und den Humor unterstreicht. Abgesehen von zwei Abstürzen lief das Spiel technisch einwandfrei.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Cateia Games
Publisher dtp Entertainment / Game Homepage
Plattform/Platform PC (CD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating USK0
Anmerkungen/Remarks mit deutscher Sprachausgabe