Review zu "Die Kunst des Mordens – Karten des Schicksals"

Nach den Titeln “Geheimakte FBI” und “Der Marionettenspieler” ist dies der dritte Teil aus der Reihe „Die Kunst des Mordens“ von City Interactive. Wieder schlüpft man in die Rolle der jungen FBI-Agentin Nicole Bonnet auf der Jagd nach einem kranken Serienmörder, der als sein Markenzeichen Spielkarten an den Tatorten hinterlässt. Das Spiel baut auf die aus den ersten beiden Teilen bewährte Technik und die Verpackung kündigt mit einer „Jagd quer durch die USA“ viele spielbare Locations an. Freigegeben ist der Titel ab 12 Jahren (USK).

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einem flachen Karton mit Klappdeckel, welcher eine DVD-Box mit der Spiel-DVD und dem gedruckten Handbuch beinhaltet. Letzteres vermittelt auf 6 Seiten kurz und knapp alle wichtigen Infos zum Spiel, darunter auch eine Storyeinführung, die Biografie von Nicole, eine Vorstellung der Charaktere und natürlich die Anweisungen zur Spielsteuerung. Das Handbuch ist auch in elektronischer Form vorhanden und zusätzlich bietet das Spiel dort einen kompletten, bebilderten Walkthrough, falls man später mal festhängen sollte. Die Installation verlief problemlos und so wurden etwa 4,4GB an Daten auf die Festplatte übertragen. Zusätzlich empfiehlt es sich, gleich den aktuellen Patch von der Homepage des Spieles zu installieren. Die Spiel-DVD sollte im Laufwerk verbleiben, da auf diese beim Erreichen des Hauptmenüs nochmals zugegriffen wird. Die Optionen gliedern sich in zwei Bereiche, nämlich Sound und Grafik. Im Menü für den Sound können über vier verschiedene Regler die Lautstärken individuell angepasst werden. Das Grafikmenü bietet Einstellmöglichkeiten für folgende Parameter: Schatten&FX, Hintergrundanimationen, Untertitel, Seitenverhältnis, Gamma-Wert und Grafikdetails.

Story und Rätsel

Nach ihrem letzten Fall nahm Nicole Urlaub, um sich etwas zu erholen. Als ihr jedoch ein Kurier ein Päckchen mit sonderbarem Inhalt liefert wird ihr klar, dass sie gerade in ihren nächsten Fall geraten ist. Ein Zeitungsartikel über Nicole, in dem ihr Name und das Wort „Serienmörder“ rot hervorgehoben sind, sowie eine alte Glühbirne und ein rostiger Bolzen, führen sie auf die Fährte des kranken Serienkillers „Card Man“, der als sein Markenzeichen immer eine Spielkarte an den Tatorten zurücklässt. Im Psychoduell zwischen Bonnet und Card Man scheint der Mörder immer den entscheidenden Schritt voraus zu sein und somit beginnt eine Jagd, die sich über verschiedene Schauplätze in den USA erstreckt. Insgesamt ist die lineare Story sehr spannend erzählt und fesselt den Spieler über die gesamte Spieldauer von etwa 15-18 Stunden. Die zahlreichen und abwechslungsreichen Rätsel bzw. Aufgaben sind sehr gut in den Spielverlauf eingebettet und bewegen sich eher im einfacheren Bereich, allerdings gelegentlich mit etwas anspruchsvolleren Aufgaben angereichert. Es überwiegen die Inventar- bzw. Objekträtsel, darüber hinaus sind aber auch Logik, Kombinationsgabe und Dialogführung gefragt. Gelegentlich kann man im Spiel durch unbedachte Aktionen auch sterben, was sich durch ein automatisches Speichern des Spielstandes ankündigt. Allerdings sind alle diese Situation fair gestaltet und somit durchaus zu bewältigen. Als Schwachpunkt des Spieles ist klar die schwache Lokalisierung aufzuführen. Obwohl der aktuelle Patch die schlimmsten Übersetzungsfehler beheben soll, finden sich trotzdem noch einige ungünstige oder schlichtweg falsche Übersetzungen im Spiel.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Grafisch präsentiert sich das Spiel mit seinen abwechslungsreichen und zahlreichen Locations sehr ansprechend, wie auch die nachfolgenden Screenshots zeigen. Die Hintergrundanimationen sind gut, aber nicht an allen Locations gerade üppig ausgefallen. Die Animation der Charaktere ist soweit ganz in Ordnung, könnte allerdings durchaus feiner und detailreicher sein. Aufgelockert wird der Spielverlauf durch knapp 50 vorgerenderte Videosequenzen, die gut gefallen und ihren Zweck erfüllen, obwohl sie nicht unbedingt von bestechender technischer Qualität sind. Soundtechnisch bietet das Spiel abwechslungsreiche Hintergrundmusik und eine stimmige Geräuschkulisse. Die Sprachausgaben sind tontechnisch gut, allerdings hat es klar den Eindruck, dass die Sprecher kaum mit dem Kontext der jeweiligen Situation vertraut waren und entsprechend die Sätze teilweise völlig falsch betonen. Auch das ist offensichtlich ein Resultat der zuvor angesprochenen, insgesamt schwachen Lokalisierung.


Gameplay

Gesteuert wird Nicole aus der 3rd-Person-Perspektive mit einem weitestgehend einfachen Point&Click-Interface. Der Mauscursor zeigt dabei die über die linke bzw. rechte Maustaste ausführbaren Interaktionsmöglichkeiten an. Bei manchen Sonderaktionen, wie zum Beispiel bei der Analyse an einem FBI-Computer oder beim Zusammensetzen eines Samens unter dem Mikroskop wären etwas mehr Hinweise in Bezug auf die Steuerung hilfreich gewesen. Das Inventar wird übersichtlich am unteren Bildschirmrand angezeigt und durch einen Rechtsklick können die Objekte in einer drehbaren 3D-Anzeige näher untersucht oder manipuliert werden. Alle geführten Dialoge und gefundenen Dokumente werden im Handy von Nicole automatisch mitgeführt und können dort nachgelesen werden. Sollte man einmal im Spiel festhängen, hilft zunächst die Hotspot-Anzeige im Spiel und wenn man dann auch noch keinen entscheidenden Hinweis erhalten hat, kann man in der mitgelieferten Lösung nach Ratschlägen suchen. Das Speicher- und Lademenü ist sehr benutzerfreundlich gestaltet und besonders die Schnellspeichertaste ist ein praktisches Feature. Unmittelbar vor gefährlichen Situationen im Spiel wird übrigens gleich automatisch gespeichert. Insgesamt macht das Spiel einen sehr runden Eindruck und funktionierte technisch auch absolut einwandfrei.


Zusammenfassung

Mit „Karten des Schicksals“ ist der bisher gelungenste Teil der Reihe „Die Kunst des Mordens“ erschienen. Über die Spieldauer von etwa 15-18 Stunden wird ein sehr spannender Kriminalfall erzählt und durch viele Rätsel bzw. Aufgaben ist der Spieler in der Rolle der FBI-Agentin Nicole Bonnet auch intensiv eingebunden. Der Schwierigkeitsgrad dabei bewegt sich überwiegend im einfachen Bereich, allerdings sind gelegentlich auch etwas anspruchsvollere Herausforderungen eingebaut. Grafisch präsentiert sich das Spiel mit abwechslungsreichen und schön gestalteten Locations und die knapp 50 vorgerenderten Videosequenzen treiben die Story voran und lockern zugleich den Spielverlauf auf. Neben unterschiedlichen Musikstücken bietet das Spiel auch stimmige Hintergrundgeräusche. Die Sprachausgaben sind in tontechnischer Hinsicht gut gemacht, allerdings hat man klar den Eindruck, dass die Sprecher kaum mit dem Kontext der jeweiligen Situation vertraut waren. Auch dies ist ein Anzeichen der insgesamt eher schwachen Lokalisierung, was sich auch durch die schlechte Übersetzung des Spieles zeigt (trotz des aktuellen Patches, der eigentlich Übersetzungsfehler beheben sollte). Abgesehen davon ist „Die Kunst des Mordens - Karten des Schicksals“ aber auf jeden Fall ein spielenswertes Adventure, das den Spieler über die ganze Spieldauer mit viel Spannung und zahlreichen Rätseln fesselt.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer City Interactive
Publisher Game Homepage
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating USK12
Anmerkungen/Remarks mit erstem Patch getestet