DOSBox: Einbindung von CDs, Images und Disketten

Damit man in der DOSBox nun auch seine alten Spiele laufen lassen kann, müssen zunächst die Datenträger (beispielsweise CDs oder Disketten) in die DOSBox eingebunden werden. Die Datenträger können entweder direkt oder über daraus erstellte ISO-Images verwendet werden. Dies erfolgt über entsprechende DOSBox-Befehle und deren verschiedene Parameter, die in diesem Artikel näher erläutert werden sollen. Weiters werden auch vier kleine BAT-Dateien (Scripts) vorgestellt, die das Einbinden von Datenträgern noch weiter vereinfachen sollen.

1.) Einbindung von CD-Laufwerken und Spiele-CDs

Damit die DOSBox auf das CD-Laufwerk des Hostrechners zugreifen kann, muss dieses erst zugewiesen (gemountet) werden. Dazu bietet die DOSBox den Befehl "mount", dem über verschiedene Parameter noch mitgeteilt werden muss, welches Laufwerk auf dem Hostrechner verwendet werden und welchen Laufwerksbuchstaben es in der DOSBox erhalten soll. Damit die DOSBox versteht, dass es sich um eine CD-ROM handelt, muss dem Befehl noch der Parameter "-t cdrom" mitgegeben werden. Da es jedoch auch spezielle CD-ROMs und verschiedene Modi beim Zugriff darauf gibt, müssen unter Umständen noch weitere Parameter angegeben werden, falls ein einfaches Verbinden scheitert. Nachfolgendes Beispiel zeigt den üblichen Weg, der auch für den überwiegenden Teil der Spiele funktioniert. Es wird darin das CD-Laufwerk mit dem Laufwerksbuchstaben E: im Hostrechner mit dem neuen Laufwerksbuchstaben D: in der DOSBox eingebunden. An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass unter DOS das CD-Laufwerk meistens den Laufwerksbuchstaben D: hatte und manche Spiele dies auch so erwarten.

Mit diesem Befehl können natürlich auch mehrere CD-Laufwerke (sofern auf dem Hostrechner vorhanden) eingebunden werden, wobei sich die Laufwerksbuchstaben natürlich nicht überschneiden dürfen. Abhängig vom Betriebssystem des Hostrechners und der CD-ROM selber, kann es nötig sein, beim Verbinden von CD-Laufwerken noch weitere Parameter anzugeben. Der nachfolgende Screenshot gibt eine Übersicht über die möglichen Parameter. Diese sollte man der Reihe nach versuchen, sofern sich nach dem normalen Verbinden die CD nicht richtig lesen lässt. Oftmals passiert dies bei CDs, die neben den Spieldaten noch Audio-Tracks enthalten, die für die Hintergrundmusik im Spiel sorgen sollen.

2.) Grundlegende Erklärung von Images

Ein Image ist im Prinzip nur eine Datei, die ein komplettes Abbild einer CD enthält. Für solche Images gibt es verschiedene Dateiformate, das gängigste ist allerdings das ISO-Format (genormt nach ISO9660). Entsprechend haben die Image-Dateien auch die Dateinamenserweiterung ".iso". Die Größe dieser Dateien ist letztendlich abhängig von der Menge der auf der CD enthaltenen Daten und bewegt sich bei den meisten Spielen im Bereich von 200MB bis 650MB. Zum Erstellen solcher ISO-Images von CDs benötigt man entsprechende Software. Viele kommerzielle Programme zum Zusammenstellen und Schreiben von CDs/DVDs enthalten eine solche Funktion bereits, es gibt allerdings auch kostenlose Software im Internet, die solche Images erstellen kann (z.B. CD2ISO, ISODisk, ImgBurn).

Die DOSBox ist in der Lage, solche Image-Dateien einzubinden und genau wie ein CD-Laufwerk anzusprechen. Dies bedeutet also, dass man sich die Daten einer Spiel-CD zuerst als ISO-Datei auf die Festplatte des Hostrechners übertragen und die DOSBox dann auf diese ISO-Datei zugreifen lassen kann. Dadurch ergeben sich natürlich einige Vorteile. Zunächst steigt natürlich die Performance des Spieles, da nicht ständig auf die CD im Laufwerk zugegriffen werden muss und ganz abgesehen davon entfallen auch die lästigen Geräusche beim Zugriff auf das CD-Laufwerk. Besonders wenn man alte oder gebrauchte (oftmals schon verkratzte) CDs von Spielen verwenden möchte, hat man beim Erstellen des Images schon eine gute Aussage, ob die CD noch einwandfrei gelesen werden kann und muss nicht erst mitten im Spiel feststellen, dass manche Daten vielleicht nicht mehr von der CD gelesen werden können. Bei Spielen mit mehreren CDs ergibt sich durch diese Methode noch ein weiterer, wesentlicher Vorteil. Man kann zunächst alle CDs als Images einlesen und in der DOSBox verbinden, wodurch man sich später die lästigen CD-Wechsel während dem Spielen ersparen kann.

3.) Einbindung von Images als Ersatz von CDs

Wie im Artikel "DOSBox: Grundlagen und Installation" bereits beschrieben, wird zur Ablage der Images auf dem Hostrechner das Verzeichnis "C:\ISODATA" vorgeschlagen, worauf sich auch alle weiteren Ausführungen in diesem Artikel beziehen. Zum Einbinden von Images wird der Befehl "imgmount" verwendet, dem noch mitgeteilt werden muss, wo sich die Image-Datei auf dem Hostrechner befindet und welchen Laufwerksbuchstaben das Image innerhalb der DOSBox erhalten soll. Weiters muss über die Parameter noch angegeben werden, um welchen Typ von Image es sich handelt. Der nachfolgend gezeigte Befehl bindet die Image-Datei "C:\ISODATA\GAME.iso" als Laufwerk D: in die DOSBox ein.

4.) Einbindung von mehreren Images

Bei Spielen mit mehreren CDs bietet sich an, alle CDs als ISO-Dateien einzulesen und dann alle Images in die DOSBox einzubinden, wodurch man sich später die CD-Wechsel ersparen kann. Nun gibt es dazu zwei Möglichkeiten, die abhängig vom jeweiligen Spiel eingesetzt werden können. Manche Spiele mit mehreren CDs bieten nämlich die Möglichkeit, CDs von mehreren CD-Laufwerken einzubinden. Dazu geht man einfach her und verbindet Schritt für Schritt alle Image-Dateien auf verschiedene Laufwerke in der DOSBox, wie der nachfolgende Screenshot verdeutlicht. Für die Dateinamen der Images im Beispiel wurde GAME_CD01.iso, GAME_CD02.iso und GAME_CD03.iso gewählt.

Der überwiegende Teil der Spiele mit mehreren CDs unterstützt leider nicht die Verwendung von mehreren Laufwerken, aber auch hier gibt es Abhilfe. Es können mehrere Images auch auf einen einzigen Laufwerksbuchstaben in der DOSBox verbunden werden. Mit der Tastenkombination CTRL-F4 können dann alle Images (also CDs) der Reihe nach durchgeschalten werden. Nachfolgendes Beispiel zeigt das Verbinden der drei Images (wieder GAME_CD01.iso, GAME_CD02.iso und GAME_CD03.iso) auf nur ein einziges Laufwerk, auch in diesem Falle wieder das Laufwerk D: in der DOSBox. Man sieht schon, dass die Befehle mitunter sehr lang werden, aber die unter Punkt 6 beschriebenen Scripts bringen hier eine deutliche Vereinfachung.

Nach dem Verbinden ist zunächst das Image GAME_CD01.iso dem Laufwerk D: zugewiesen. Sobald man nun CTRL-F4 drückt, wird auf das Image GAME_CD02.iso gewechselt und bei erneutem Drücken dann auf das Image GAME_CD03.iso. Wenn man danach nochmals CTRL-F4 drückt, springt man wieder auf das erste Image GAME_CD01.iso zurück und der ganze Zyklus wiederholt sich. Dies hat zwar den Nachteil, dass man sich immer das aktuelle Image merken muss, ist aber trotzdem wesentlich angenehmer als das häufige Wechseln der CDs. Hat man jedoch einmal wirklich den Überblick verloren, kann man immer noch auf das separate Statusfenster der DOSBox umschalten, wo das aktuell gemountete Image angezeigt wird.

5.) Einbindung von Disketten

Da die meisten alten Spiele bereits auf CDs (Sammlungen) erhältlich sind und viele der aktuellen Rechner ohnehin gar keine Diskettenlaufwerke mehr haben, hat dieser Abschnitt eine eher untergeordnete Bedeutung. Trotzdem soll der Vollständigkeit halber erklärt werden, wie man Diskettenlaufwerke einbinden kann. Im Prinzip funktioniert dies gleich wie das Einbinden von CDs, nur dass anstatt des CD-Laufwerkes im Hostrechner auf ein Diskettenlaufwerk dort verwiesen wird. Im nachfolgenden Beispiel wird das Diskettenlaufwerk A: des Hostrechners ebenfalls als Laufwerk A: in der DOSBox gemountet. Die speziellen Optionen, wie beim Verbinden von CD-Laufwerken aufgeführt, entfallen für das Verbinden von Diskettenlaufwerken.

6.) Scripts (BATCH-Dateien) zum vereinfachten Einbinden von Spieldaten

Zum vereinfachten Umgang mit CDs und Images können die nachfolgend beschriebenen Scripts verwendet werden. Die Archive enthalten jeweils 4 BAT-Dateien, die alle einfach in das Verzeichnis C:\DOSBOX entpackt werden können. Dort stehen sie innerhalb der DOSBox dann unter C:\ zur Verfügung und können dort durch Eingabe des Scriptnamens (ggf. mit zusätzlichen Parametern) eingesetzt werden. Alle Scripts gehen davon aus, dass die ISO-Images (sofern man welche verwenden will) auf dem Hostrechner unter C:\ISODATA abgelegt sind. Da sich das CD/DVD-Laufwerk je nach Hostrechner auf verschiedenen Laufwerksbuchstaben befinden kann, werden die Scripts in verschiedenen Versionen zum Download angeboten. Einfach aus der nachfolgenden Liste das Archiv mit dem passenden Laufwerksbuchstaben des eigenen CD-Laufwerkes aussuchen und entsprechend der Anweisung oben entpacken.

DOSBOX_SCRIPTS_CD-LAUFWERK_D (wenn das CD-Laufwerk unter Windows den Buchstaben D: hat)
DOSBOX_SCRIPTS_CD-LAUFWERK_E (wenn das CD-Laufwerk unter Windows den Buchstaben E: hat)
DOSBOX_SCRIPTS_CD-LAUFWERK_F (wenn das CD-Laufwerk unter Windows den Buchstaben F: hat)
DOSBOX_SCRIPTS_CD-LAUFWERK_G (wenn das CD-Laufwerk unter Windows den Buchstaben G: hat)
DOSBOX_SCRIPTS_CD-LAUFWERK_H (wenn das CD-Laufwerk unter Windows den Buchstaben H: hat)

Falls sich das eigene CD-Laufwerk auf einem anderen Buchstaben befindet, dann können die Scripts natürlich über einen Texteditor auch entsprechend angepasst werden. Nachfolgend finden sich nun die Beschreibungen zu den einzelnen Scripts.

CONNECT.BAT

Dieses Script wird einfach durch die Eingabe von "connect" aufgerufen und verbindet das CD-Laufwerk des Hostrechners als Laufwerk D: in die DOSBox.

CONNECTX.BAT

Dieses Script wird einfach durch die Eingabe von "connectx" aufgerufen und verbindet das CD-Laufwerk des Hostrechners als Laufwerk D: in die DOSBox, wobei ein Modus (ioctl) aktiviert wird, in dem beispielsweise CDs mit Spezialformaten (Audio-Tracks neben den Daten auf der CD) unterstützt werden. Dieser Modus kann auch probiert werden, wenn ein normales Verbinden der CD nicht erfolgreich ist.

ISOMOUNT.BAT

Mit diesem Script kann eine einzelne Image-Datei eingebunden werden, wobei das Image innerhalb der DOSBox den Laufwerksbuchstaben D: erhält. Als Parameter für den Befehl muss nur der vollständige Dateiname der Imagedatei (z.B. STARTREK.ISO) angegeben werden, wie der nachfolgende Screenshot zeigt. Die Image-Dateien müssen dazu auf dem Hostrechner im Verzeichnis C:\ISODATA liegen.

ISOMULTI.BAT

Dieses Script erlaubt es, bis zu 8 Images auf einen Schlag als Laufwerk D: in der DOSBox einzubinden. Die Dateinamen der einzelnen Images müssen dazu als letzte zwei Zeichen die Zahlen 01,02,03,… enthalten, damit die Images richtig aufgerufen werden können. Beispielsweise für ein Spiel mit dem Namen "COOL" müssen für die Image-Dateien die Dateinamen COOL01.iso, COOL02.iso, COOL03.iso, usw. gewählt werden. Beim Aufruf des Scriptes müssen dann nur mehr der Pfad und der Basisname ("C:\ISODATA\COOL"), sowie die Anzahl der Images mitgegeben werden. Nach erfolgreichem Verbinden können die Images dann über die Tastenkombination CTRL-F4 durchgeschalten werden.