DOSBox: Grundlagen und Installation

Das Program DOSBox ist ein kostenloser Emulator, mit dem man Anwendungen für das alte Betriebssystem MS-DOS auf neuen Systemen wieder zum Laufen bringen kann. Nachdem die DOSBox sehr akkurat auch Sound, Grafik, Maus und Joystick emuliert, können darin viele alte Adventures und natürlich auch sonstige Spiele aus dieser Zeit wieder zum Leben erweckt werden. Unsere Artikelreihe zur DOSBox beschäftigt sich neben der Einrichtung und Optimierung unter Windows auch mit der Handhabung des DOS-Betriebssystems. Darüber hinaus gibt es spezifische Hinweise zu einzelnen Adventures und wie diese optimal in der DOSBox laufen. Nachfolgend werden noch zwei wichtige Begriffe erläutert, die auch in den Folgeartikeln so verwendet werden:

Hostrechner: das ist der Computer (Windows-PC), auf dem die DOSBox installiert wird
Emulierter DOS-Rechner: das ist der nachgebildete (emulierte) MSDOS-Rechner

1.) Einrichten von Unterverzeichnissen

Dies ist ein Vorschlag für Unterverzeichnisse, in denen später die Daten für die DOSBox abgelegt werden. Einfach die Unterverzeichnisse mit dem Windows-Explorer auf dem Hostrechner anlegen. Alle weiteren Artikel hier werden sich auf diese Unterverzeichnisse beziehen bzw. davon ausgehen, dass diese vorhanden sind.



Im Unterverzeichnis C:\DOSBOX wird später die Festplatte des emulierten DOS-Rechners abgebildet. Man kann sich das etwa so vorstellen: alle Daten die unter C:\DOSBOX auf dem Hostrechner liegen, sieht der emulierte DOS-Rechner als seine eigene Festplatte C:\ (siehe nachfolgenden Screenshot). Wenn man also die Inhalte im Verzeichnis C:\DOSBOX auf dem Hostrechner löscht, ist das vergleichbar mit dem Löschen der Festplatte des emulierten DOS-Rechners. Umgekehrt kann man natürlich alle Inhalte im Verzeichnis C:\DOSBOX kopieren (z.B. auf einen USB-Stick), was einer Sicherung der kompletten Festplatte des emulierten DOS-Rechners entspricht.



Das zusätzliche Unterverzeichnis C:\ISODATA dient später der Ablage von ISO-Dateien. Solche ISO-Dateien sind Abbilder von CDs, welche man vor dem Spielen von seiner CD generiert und auf die Festplatte kopiert. Dies hat den Vorteil, dass die Performance wesentlich besser wird und Zugriffe auf die echte CD entfallen. Zudem erspart man sich bei Spielen mit mehreren CDs die lästigen CD-Wechsel.

2.) Herunterladen des Installationsprogrammes

Die aktuelle Version der DOSBox kann im Downloadbereich der zugehörigen Homepage kostenlos heruntergeladen werden. Für Windows-Rechner wird von dort das Paket „DOSBox0.73-win32-installer.exe“ benötigt, wobei die Zeichen „0.73“ nur die aktuelle Version der DOSBox angeben, die in Zukunft natürlich weiter steigen wird. Es ist ratsam, immer die aktuellste Version des Programmes zu verwenden, da es immer wieder Verbesserungen und Erweiterungen dazu gibt.

3.) Installation der DOSBox

Installationspaket ausführen und ggf. die Sicherheitswarnung bestätigen:



Lizenzvereinbarung lesen und mit „Next“ bestätigen:



Alle Optionen auswählen (Voreinstellung) und mit „Next“ bestätigen:



Zielverzeichnis bestätigen (Voreinstellung übernehmen):



Installation mit „Close“ abschließen:



4.) Erster Start der DOSBox

Die DOSBox kann nun mit dem entsprechenden Icon auf dem Desktop gestartet werden und meldet sich mit nachfolgendem Fenster. Zusätzlich öffnet sich noch ein zweites Fenster, das sogenannte „DOSBox Status Window“. In diesem Fenster werden sämtliche Statusmeldungen des Programmes ausgegeben.



Um die DOSBox wieder zu schließen, einfach den Befehl „exit“ eingeben und mit der Eingabetaste bestätigen.
Dadurch schließen sich sowohl das Hauptfenster als auch das Statusfenster.



5.) Einstellungen in der Datei dosbox.conf

Diese Konfigurationsdatei beinhaltet alle wichtigen Grundeinstellungen des Programmes. Bei älteren Versionen der DOSBox muss das Program mit dem Windows-Texteditor geöffnet werden. Die Datei befindet sich im Programmverzeichnis der DOSBox. Es empfiehlt sich, eine Sicherungskopie dieser Datei zu machen, bevor man sie editiert. Bei neueren Versionen der DOSBox kann diese Datei direkt über einen Link (Start -> Programme -> DOSBox-0.XX -> Configuration -> Edit Configuration) aufgerufen und editiert werden. Wenn man seine Änderungen rückgängig machen möchte, gibt es an derselben Stelle auch einen Link „Reset Configuration“, der die Grundeinstellungen wieder herstellt.

Nachdem man also die Konfigurationsdatei zum Editieren geöffnet hat, sollte man ganz an das Ende der Datei scrollen und dort den Bereich [autoexec] ausfindig machen. Dort werden einfach die Zeilen „mount c C:\DOSBOX“ und „C:“ angefügt und die Konfigurationsdatei abgespeichert. Diese Befehle bewirken, dass sich die DOSBox das Unterverzeichnis C:\DOSBOX (siehe Punkt 1) als seine Festplatte verbindet und auf das richtige Laufwerk wechselt. Durch diesen Eintrag geschieht dies nun automatisch bei jedem Start der DOSBox.



6.) Verbindung zum CD/DVD-Laufwerk herstellen

Damit die DOSBox auch auf CDs zugreifen kann, muss noch ein entsprechendes Laufwerk verbunden werden. Dazu muss man zunächst prüfen, welcher Laufwerksbuchstabe dem CD/DVD-Laufwerk auf dem Hostrechner zugeordnet ist. In der Regel war in MS-DOS das CD-Laufwerk immer auf den Laufwerksbuchstaben D: zugeordnet. Darum muss in der DOSBox einfach folgender Befehl eingegeben werden: “mount d D:\ -t cdrom“. Wenn man ständig nur mit diesem CD/DVD-Laufwerk arbeiten möchte, kann man diesen Befehl natürlich wie in Punkt 5 beschrieben auch fest in die Konfigurationsdatei eintragen.

Wenn das CD/DVD-Laufwerk auf dem Hostrechner einen anderen Laufwerksbuchstaben (E,F,G,H,…) hat, muss der Befehl entsprechend abgeändert werden. Durch das „d“ im Befehl wird das Laufwerk innerhalb der DOSBox trotzdem immer als Laufwerk D: verbunden, was für die meisten Anwendungen auch so sein sollte.

mount d E:\ -t cdrom
mount d F:\ -t cdrom
mount d G:\ -t cdrom
mount d H:\ -t cdrom

Mit diesem Schritt hat man alle wichtigen Punkte zur Installation und Einrichtung der DOSBox erledigt. Man hat den emulierten DOS-Rechner laufen, eine Festplatte C:\ darauf zur Verfügung und kann über Laufwerk D:\ auf das CD/DVD-Laufwerk zugreifen. Alle weiteren Schritte zur Installation eines Spieles sollte man ab diesem Punkt bereits in der Installationsanweisung des jeweiligen Spieles finden.